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Vater noch lebte. Eine Vertauschung beider Tempora würde also verschiedenen Sinn geben; denn, wie bekannt, kann ein und derselbe Satz auf verschiedene Weise ausgedrückt werden, je nachdem man sich die Sache vorstellt, oder die Bedingungen sich als möglich, d. h. die in Realität gesetzt werden können, oder als unmöglich(also Gedachtes, Vorge- stelltes) denkt. Daher hat man bei dem Virgilischen referat an keine Enallage zu denken; denn Jupiter konnte die be- reits verlebten Jahre, nach dem Glaubenssystem des Bitten- den, zurickftihren.— Was den Modus betrift, der nach Deut- schem Sprachgebrauche bei Verpfiichtungen, bei den Ad- verbien: fast und beinahe, so wie wenn eine bestimmt ge- meinte Sache unbestimmt ausgedrückt wird(nur darf es kein hypothetischer Satz sein), der Conjunctivus ist; so setzt der Lateiner, so wie der Grieche, jedesmal, wenn die Sache wirklich so ist, wenn sie vor unsern Augen vorgeht, wenn sie sich durch den Erfolg als wahr bewiesen hat, ganz sprach- richtig den Indicativus.— So wie ferner der Optativus mit&o oder us dem Satze den Ausdruck der Ungewilsheit, des Zweifels, einer bloſsen Vermutung, oder einer bloſsen Mög- lichkeit giebt, oder bei Willensäufserungen, um etwas nicht als festen Vorsatz, sondern nur als Neigung auszudrücken; so im Lateinischen das Imperfectum Conjunctivi:— auch, um Behauptungen mit Bescheidenheit, Urbanität, als bloſse Ver- mutung auszusprechen, z. B. itaque haud facile decerneres,


