Aufsatz 
Über Platons Beweise für die Unsterblichkeit der Seele / von A. Bölke
Entstehung
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betheiligten ſich 228(und 21 Schüler der Vorbereitungsklaſſe). Der Anfang wurde regelmäßig, und meiſtens auch der Schluß, mit Freiübungen gemacht. Bei dem Turnen an Geräthen wurden hauptſächlich Reck, Barren, Pferd, Springel, Schwebebaum, Schaukelringe, Klettergeräthe, Hanteln und Stäbe benutzt. An jedem Geräthe turnte eine Riege von 8 10 Mann c. 12 Minuten. Im Winter konnte wegen mangelhafter Beſchaffenheit der Turnhalle nur eine kleinere Zahl von(50) Schülern zu jenen Uebungen herangezogen werden

Eine eigene Schwimmanſtalt für das Gymnaſium wurde auch im verfloſſenen Schuljahre nicht errichtet. Dagegen war durch die zuvorkommende Güte und Freundlichkeit des Herrn Oberſt Beyer von Karger, wofür ich den verdienten Dank hiermit auch öffentlich ausſpreche, wieder das Arrangement ge⸗ troffen, daß vom 8. Juni ab die Schwimmanſtalt des Regiments in den Nachmittagsſtunden von 57 Uhr gegen eine geringe Vergütung für die Inſtruirenden den Schülern des Gymnaſiums zur Benutzung frei ſtand. Schwimm unterricht erhielten 18 Schüler, 96 andere betheiligten ſich am Schwimmen oder

Baden.

Die Kirchenordnung war dieſelbe wie in den frühern Jahren; jedoch konnte der Gymnaſialgottes⸗ dienſt von Mitte Sommer an nicht mehr wie ſeither in der Nonnenkirche, wegen der in dieſer begonnenen umfaſſenden Reſtaurationsarbeiten, abgehalten werden, ſondern wir ſahen uns darauf angewieſen anderweitig um Unterkunft nachzuſuchen. Dieſe wurde uns mit nicht genug zu rühmender Liberalität von dem Hochw. Herrn Biſchofe in der Michaelskirche gewährt und zeitweilig, für die Monate December und Januar, auch von dem Herrn Stadtpfarrer in der Pfarrkirche. Bei der Beichte der katholiſchen Schüler leiſteten wie früher der Seminarlehrer Auth und Herr Koch, Religionslehrer an der höhern Bürgerſchule, freundlichſt Aushülfe, wofür ich denſelben im Namen der Anſtalt den verbindlichſten Dank ausdrücke.

B. Chronik.

a) Perſonalnachrichten.

1. Der Kandidat des höhern Schulamts Gabriel Genßler, welcher ſeit Mitte Januar 1868 ſein Probejahr am hieſigen Gymnaſium abgehalten und zugleich ſeit dem 2. Quartal des Sommerſemeſters 1868 auftragsweiſe Unterricht ertheilt hatte, wurde durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 6. März 1869(S. 593) von Oſtern 1869 ab mit der Aushülfeleiſtung am Gymnaſium zu Hadamar beauftragt.

2. Durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 23. März 1869(S. 732) wurde der Kandidat Joſeph Dev enter zur Abhaltung ſeines Probejahres am hieſigen Gymnaſium zugelaſſen. Der⸗ ſelbe wurde jedoch zufolge Verf. vom 5. December 1869(8. 3169) mit Verſehung einer Lehrerſtelle am Gymnaſium zu Hanau interimiſtiſch beauftragt. Nach Beendigung des Kommiſſoriums kehrte er im Monat Januar hieher zurück..

3. Durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 5. April 1869(S. 858) wurde der Geiſtliche Dr. Anton Bölke zum 5. ordentlichen Lehrer und der bisher kommiſeariſch beſchäftigte Lehrer Philipp Braun, dem kurz nachher am 12. Mai auf Grund der Inaugural⸗Diſſertationobservationes eritioae et exegeticae in C. Valerii Flacci Argonautica von der philoſoph. Fakultät zu Marburg das Doktordiplom verliehen wurde, zum 6. ordentlichen Lehrer am hieſigen Gymnaſium beſtellt. Dieſelben wurden nach Ueberreichung der betreffenden Beſtallungsurkunden am 15. April durch den Unterzeichneten vorſchriftsmäßig in ihr Amt eingeführt und eidlich verpflichtet. 2