Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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wiederholt in unseren Mauern weilte, so aus, dass er zum Mar- schall von Frankreich ernannt wurde. Er hatte nacheinander in kaiserlichen, dänischen, wieder in kaiserlichen, sächsischen, russischen und frauzösischen Diensten gestinden: ein Krieger- leben, wie es in den damaligen Zeiten nicht vereinzelt dastands. Dass man immer noch im Kriegszustande lebte, zeigte ein kur- fürstliches Schreiben, das am 21. Mai einlief und die Aufnahme der zum Garnison- und Ausschussdienst vorrätigen, sowohl ver- heirateten als freiledigen jungen Mannschaft von 1436 Jabren forderte. Die Tabelle, die angefertigt wurde, enthält 24 verhei- ratete und 67 freiledige Leute. Im trierischen Dienst standen 2, im mainzischen, holländischen und kaiserlichen Dienste je 3 Mann. Im folgenden Jahre betrug die Zahl der verheirateten Dienst- pflichtigen 26, der ledigen 77, und es standen je 5 in mainzischen, kaiserlichen und holländischen Diensten

Um zu zeigen was die kſeine Stadt besonders bei dem franzö- sischen Besuche zu le'sten und zu leiden hatte, mögen wenigstens einige Notizen Platz finden Der Schiffer Heimbach fuhr für die Fremden 64 Nachen Holz, das im Stadtwalde gehauen war, lahn- abwärts in die Stadt. Ausser dem in Natura gelieferten Holze wurden noch beim Abmarsche fürvakante Klafter dem General Löwendahl 120, dem General Darnault 50, dem Major Lauzon 60 Gld. gezahlt. Die hiesigen Schutzjuden Salomon Meyer und Jakob Abraham lieferten für die Stadt 1150 Mainzer Malter Hafer zu 2 Gld 10 Kreuzer, 2600 Centner Heu zu 1 Gld. 30 Kreuzer und 3500 Bauschen Stroh, 100 Bauschen zu 7 Gld. 30 Kreuzer. Dem Fergen Breitenbach musste die Stadt sein zusammenge- schossenes Haus für 122 Gld. ausbessern, die 400 von den Soldaten verbrannten Planken seines Gartenzaunes mit 26 und den am Garten durch das Aufwerfen der Schanze angerichteten Schaden mit 65 Gld. ersetzen. Besondeis übel erging es den Leuten auf den Höfen. Sie mussten Ochsen und Wagen zu Vorspann und Fuhten hergeben; ihre Scheunen und Kammern wurden geleert. und auf ihren Wiesen und Feldern frassen die Rosse der Fremd- linge das Gras und die junge Saat. In der Nähe der Stadt stand es nicht besser. Die Wiesen am Rhein, am Grenbach und Schlier- bach wurden abgeweidet, und den Pächtern der städtischen Grundstücke musste die Pacht ermässigt werden. Auch die Be- amten und Gerichtsschöffen erhielten wegenohnvermeidlicher