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hessischen Hülfskorps infolge der Landung Karl Eduards in Schottland die Niederlande verliessen. Nach der Schlacht bei Culloden(27. April 1746) kamen sie wieder. Nun erschienen auch Verstärkungen aus Hannover, und österreichische Truppen zogen ebenfalls hin. Sie sollten unsere Gegend an den noch fort- dauernden Krieg erinnern. In drei Abteilungen rückten sie über die Höhe heran. Für ihre Versorgung während des Marsches wurden hier schon frühzeitig Vorkehrungen getroffen. Als Lager- platz war Frücht bestimmt; von dort zogen sie zu dem nächsten Lager bei Engers. Während der Zeit des Marsches befand sich das Kriegskommissariat in Vallendar. Am 13. Juni sollte die erste Abteilung in Frücht sein. Daher wurde der Amtsschreiber Jahn nach Tal-Ehrenbreitstein zum kaiserlichen Oberstleutnant v. Hoym geschickt, um genaue Anweisung zu holen, wie man sich beim Anmarsche der Truppen und während des Aufenthaltes derselben im Lager zu verhalten habe. Am 10. Juni waren die Vertreter der umliegenden Amter in Ehrenbreitstein versammelt, um die Lieferungen an Stroh, Holz und Fourage auf die einzelnen zu verteilen. Von hier war der Zollschreiberadjunkt Ritter mit dem Schöffen Bamberger dort. Der hiesige kurfürstliche Förster Müller musste das Lager für die anrückenden Truppen bei Frücht abstecken und ihnen dann entgegen reiten, um sie in dasselbe zu führen. Nur für diese erste Abteilung lässt sich mit ziemlicher Sicherheit die Truppe bestimmen. Es war wohl das kaiserliche Dragonerregiment Lichtenstein, das am 12. Juni ein Lager bei Nastätten bezog; am 6 hatte sein Stab in Heldenbergen gelegenꝰ?. Als die zweite Abteilung einrückte, fand sich wohl ein Mangel, denn Ritter wurde durch zwei Dragoner„zu der Generalität“ ins Lager geholt, und der Schöffe Bamberger musste zwei Tage wegen der Fourage dort bleiben. Die dritte Abteilung kam erst am 27. Juni. Darum war wieder vorher eine Amterkonferenz in Ems wegen der Verteilung der Lieferungen. Oberlahnstein hatte mit Braubach und Nievern zusammen Hater, Heu und Brot zu besorgen, das zu Schiff bis Ahl gefahren wurde. Ebenfalls zu Wasser musste von hier aus Holz und Stroh in das Lager bei Engers geliefert werden. Damit war unsere Gegend endgültig von Einquartierung und Durchzügen befreit, obwohl der Krieg erst im Jahre 1748 mit dem Frieden zu Aachen sein Ende fand. Im weiteren Ver- laufe desselben zeichnete sich General Graf Löwendahl, der


