Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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Stalle auf Pferde, Kuh und Kalb des Hofmapnnes ein, sodass die beiden letzteren starben. Von den übrigen Truppen wird nur eine Jägerkompagnie und als zuletzt langekommen, eine Frei- kompagnie erwähnt, von Offizieren ein Major Salvatoris und ein Leutnant des gleichen Namens. General Löwendahl kann nur bis gegen Ende April hier gewesen sein, denn am 11. Mai be- fehligte er in der Schlacht bei Fontenoy die Reservearmee; über seinen Weggang wird nichts gesagt. Der Zustand der Truppen war sicherlich nicht der beste, denn wir lesen nacheinander in der Kriegsrechnung: Item, vier Wagen voll Kranke nach Schwal- bach müssen fahren lassen; item, noch Kranke und Bagage nach Wiesbaden fahren lassen: item noch einen Wagen voll Kranke nach Sossenheim mit 5 Ochsen fahren lassen. Während des Monats Mai hatte Prinz Conti noch sein Hauptquartier von Wies- baden nach Langenschwalbach verlegt, aber zu einem Vorrücken über die Lahn kam es doch nicht, denn inzwischen hatte sich die ganze Kriegslage verändert.

Nach dem Tode Karls VII. hatte der österreichische General Batthyani in kurzer Zeit ganz Bayern erobert. So sah sich der junge Kurfürst Maximilian Josef genötigt am 22. April zu Füssen mit der Kaiserin Maria Theresia Frieden zu schliessen und ihrem Gemahl seine Stimme bei der Kaiserwahl zu versprechen. Es galt nun, diese energisch zu sichern. Mit der Kriegsführung des Herzogs von Aremberg war man in Wien wenig zufrieden. Auch die Kaiserin beklagte es sehr, das dieser statt vorwärts zu gehen hinter die Labn zurückgewichen sei. So wurde er denn zum Statthalter von Hennegau ernannt und an die Spitze seines Kofps der siegreiche Batthyani gestellt. In Bayern befehligte der Feld- marschall Traun. Die beiden Feldherrn sollten sich von Norden und Süden die Hand reichen und dann gemeinsam den Prinzen Conti über den Main und den Rhein zurückdrängen und Frank- furt und Umgebung frei machen. Für diesen erwuchs daher die Autfgabe, die Vereinigung der beiden feindlichen Heere zu hindern und mit seiner Streitmacht von 45 000 Mann eins von ibnen ge- sondert zu besiegen.**. Als nun der Aufmarsch der beiden Heere vor sich ging. zog Conti seine Truppen zusammen. So verliessen am 24. Mai die Franzosen die Stadt, und die Bürger mussten unter Führung des Schöffen Ebenau mit allen Wagen und allem Vieh nach Nastätten, Schwalbach, Wiesbaden und einige noch