Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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Stadt. Bei der Nähe des Feindes, die täglich einen Zusammen- stoss erwarten liess, waren die Vorbereitungen zur Sicherung der Stadt bald wieder in vollem Gange. Diesmal wurden besonders die beiden nach dem Rheine zu gelegenen Tore, die Zoll- und Kehrspforte, verschanzt, wozu ausser den Palissaden und Faschinen auch 8 WagenBesserung benötigt wurden. Von Nastätten, wo das Kriegskommissariat sich befand, mussten mehrere Tonnen Pulver geholt werden In der Stadt griff man auf die alten Ein- richtungen zurück. Das Lazaret wurde abermals im Steinschen Hofe untergebracht? und die Bäcker gaben wieder ihre Backstuben für das Militär her Vor der Stadtauf der Horlos, die sich von dem Viehtore an der Burgstrasse bis über den jetzigen süd- östlichen Teil der Stadt hinaus erstreckte, war der Exercierplatz. Hier befand sich auch die Schlächterei, und die Felder und Wiesen waren den Pferden und Schlachtochsen preisgegeben. Dabei hören wir auch von einer jetzt hier nicht mehr angebauten Getreideart, wenn es heisst:Dem Melchior Müller auf der Horlos ein Feld mit Spelz abgefressen. Wegen der Nähe des Feindes war hier, an dem wichtigsten Punkte für einen etwaigen Angriff, die Einquartierung diesmal ganz ausserordentlich stark, und was sie noch besonders drückend machte, war die Belegung mit Hu- saren und Dragonern. Die einzige erhaltene Quittung Darnaults aus diesem zweiten Aufenthalt bescheinigt der Stadt die Lieferung von 1190 Rationen Heu zu 8, 260 zu 10 und 12 zu 20 Pfund, 1546 Rationen Hafer und 1462 Rationen Stroh für die Zeit vom 17. bis zum 26. April. Der Hofmann im Adelsheimer Hof:, Melchior Müller, beherbergte allein vier Kompagnien, 366 Mann. Ausserdem beköstigte er an den 3 Osterfeiertagen 36 Husaren mit einem KRittmeister. In den zwei Häusern des Kronenwirts Josef Hergen wurde eine Wachtstube eingerichtet und bei ihm 30 Mann mit einem Marketender und dessen Pferden eingelegt, die Türen und Fenster. Wände und Kelter während ihres Aufent- haltes vollständig ruinierten, ihm nicht nur Hafer und Korn weg- nahmen, sondern auch beim Abmarsche zwei Dutzend Seryvietten, ebensoviel zinnerne Teller und ein halbes Dutzend Bettücher mit- gehen hiessen. Als ganz besonders gewalttätige Menschen er- wiesen sich die Husaren. Den Bürgermeister Johann Heimbach bedrohten sie mit Schiessen und Schlagen, und als sie zu Ostern in den Adelsheimer Hof einrückten, schlugen sie sogleich im