Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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Völker wurden nach den einzelnen Regimentern gesondert und neu in die Quartiere verteilt, weil bei dem Zusammensein von Soldaten aus verschiedenen Regimentern sich Unzuträglickeiten ergeben hatten. Die Namen der einzelnen Truppenkörper werden dabei nicht genannt. Von den Ofſizieren wird nur ein Haupt- mann Winkelmann und ein Hauptmann des Generals von Bären- klau erwähnt. Der letztere kam wohl in besonderem Auftrage zum Feldmarschall Aremberg, denn Bärenklau stand mit einem Korps in Süddeutschland. UÜberhaupt ist von dem Aufenthalte der Osterreicher nicht viel gesagt, weil der Schade, der durch ihn der Stadt erwuchs, sich nur auf wenige hundert Gulden be- zifferte. Gerade einen Monat waren sie hier, da kam die Nach- richt, dass die Franzosen von der Höhe her im Anmarsche be- griften seien, und eine ausgesandte Husarenpatrouille bestätigte dieselbe. So verliessen die Osterreicher die Stadt am 13 April und zogen sich über die Lahn zurück. Wieder mussten die Bürger mit ihrem Vieh Vorspann leisten. Sie blieben 6 Tage unterwegs, und der Schiffer Schnatz brachte ihnen im Nachen Heu und Hafer für ihre Tiere nach bis Neuwied.

Bei den Franzosen war inzwischen an die Stelle Maillebois, der nach Italien berufen wurde, der Prinz Conti getreten und hatte langsam seine Truppen wieder nach der Lahn zu geschoben. Im April hatte er sein Hauptquartier in Wiesbaden. Aremberg fühlte sich zu schwach, den vordrängenden Gegnern zu wider- stehen und wich zurück. Sein Hauptquartier verlegte er zunächst nach Neuwied. Wenige Tage nach dem Abzuge der Osterreicher, am 17. April kamen die Franzosen wieder in die Stadt. Schon 6 Tage vorher hatten sie Besitz von Limburg genommen. An der Spitze der Avantgarde stand wie früher der Generalleutnant Löwendahl, der nun auch wieder sein altes Quartier im Schlosse bezog. Vorher war er Kommandant in Hochheim gewesen und am 24. März von dort nach Idstein aufgebrochen. Während seines Hochheimer Aufenthaltes trug sich ein öfter erzählter Vor- fall zu. Auf eine Anzahl Franzosen, die vom linken Rheinufer in das neutrale mainzische Gebiet bei Winkel übersetzen wollten. wurde von da aus geschossen. Dafür liessen die Franzosen einige junge Leute aus Winkel festnehmen. Sie sollten in Hochheim erschossen werden, wurden aber von Löwendahl begnadigt. ²¹. Auch General Darnault übernahm wieder das Kommando in der