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Wolf in Ehrenbreitstein 1080, die Frau Kneupert in Braubach 1500 Gld., am 18. Dezember das jesuitenkollegium in Coblenz 1500 Gld., am 2. Januar 1745 der Dechant von Ehrenkron zu St. Florin in Coblenz 2500 Gld. Dazu kamen am 16. Februar die von Canonicus Statz entliehenen 2500 Gld. Das Geld musste durchweg zu 5% verzinst werden. Als wieder Ruhe einkehrte. wurden die Kapitalien abgelegt und neue zu 3 ½% aufgenommen; Stadtschultheis Moskopf lieh dazu 3000 Gld. Der Abmarsch war übrigens so schnell vor sich gegangen, dass die Gemeinde noch einen starken Posten zurückgebliebener Fourage verkaufen konnte. Das kurfürstliche Proviantmagin in Mainz erhielt aus dem Militär- magazin 1322 Zentner Heu und 616 Malter Hafer, dazu vom Ge- meindespeicher 69 Malter Korn und 68 Malter Hafer. Maillebois zog sich zurück bis zum Main; im Februar hatte er sein Haupt- quartier in Grossgerau, und unsere Gegend war von Franzosen frei.
Inzwischen war im Januar 1745 Kaiser Karl VII. in München gestorben, und die Franzosen wünschten das Gebiet um Frankfurt in weitem Umfange im Besitz zu haben, um so die Kaiserwahl verhindern zu können. Darum verlegte Maillebois im März sein Hauptquartier nach Höchst. Aber auch Aremberg entschloss sich nun, die Lahn zu überschreiten, und es schien, als sollte es zwischen Lahn und Main zu einem Zusammenstosse kommen: Am 13. März erschienen die Osterreicher in Oberlahnstein. Die angewiesenen Quartiere behagten vielen nicht, und sie suchten sich nach Belieben andere. So quartierte sich ein Trupp Husaren beim Kronenwirt Hergen ein und nahm von seinem Speicher, was an Hafer und Heu vorhanden war. Es fand dann eine Visi- tation statt, und die Quartiere wurden neu angewiesen. Ebenso wie früher die Franzosen trafen nun auch die Osterreicher alle Anstalten, die Stadt zu festigen und sich den Rückweg zu sichern. Wieder mussten die Hofleute, deren Häuser gleichfalls alle mit Soldaten belegt waren, Palissaden herbeischaffen und das Material für Faschinen liefern. Besonders das Ost- und Nordtor wurden stark verschanzt, der Herzog von Aremberg bezahlte aber laut einer Quittung in der Bürgermeisterrechnung das für die Schanz- werke gelieferte Holz. Auf Lahneck wurde eine Wachthütte ge- baut; andere standen ausserhalb der Stadt am Rhein und an der Lahn. Als noch eine Freikompagnie ankam, besetzte diese Lahneck. Gleichzeitig gingen einige Kompagnien weg, und die


