Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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ein grösseres daneben hergestellt, das dann zum Unterschiede als Prison bezeichnet wird. Auch ein Backmagazin musste geschaffen werden, und in den Backstuben der Bäcker wurde Tag und Nacht gebacken. Dabei wurde die des Bäckers Johann Hergen so übel zugerichtet, dass beim Abzuge des Militärs sowohl der Ofen als auch sämtliche Geräte erneuert werden mussten. Etwas über eine Woche trat man so Einrichtungen und Vorkehrungen für den Weitermarsch. In einem Briefe des Kurfürsten von Trier vom 16. Dezember heisst es:Bis jetzt stehen die Franzosen noch hinter der Lahn, jetzt will man auch über die Lahn ins Kölnische solche extendieren. Kurz vor dem Weitermarsche erschien Feldmarschall Maillebois in der Stadt und wohnte mit Löwendahl im Schlosse. Als dann der Aufbruch erfolgte, mussten in Coblenz von der Stadt 12 geschitrte Postpferde für die beiden Generale besorgt werden. Aber nicht alle Gäste verliessen den Ort. Wegen seiner Bedeutung für einen gesicherten Rückzug blieb General Darnault hier und mit ihm das Infanterieregiment

Montboisier. In einem Schreiben aus Oberlahnstein am 24. Dezember

teilt der Oberst Chevalier de Montboisier mit, dass er einen an General Darnault adressierten Brief in dessen Abwesenheit ge- öftnet habe und das darin bezeichnete Packet sofort an Feld- marschall Maillebois senden werde. Dieser schob nun seine Avantgarde vor bis in die Nähe von Bonnꝰo und schonte die trierischen Lande trotz seiner früheren Versicherungen ebenso wenig, wie die des Kurfürsten von Mainz. Hier wurde ihm je- doch Halt geboten. Am 6 jJanuar schrieb der trierische Gesandte von Cöln aus nach Ehrenbreitstein:Erlösung ist nahe; in der Eifel sollen schon österreichische Husaren diese Woche eintreffen. Von Flandern her rückte nämlich der Herzog von Aremberg mit einem aus Osterteichern, Hannoveranern und Holländern zu- sammengesetzten Heere heran, um Maillebois zurückzudrängen. Dieser wich denn auch um die Mitte Januar langsam zurück. Bei Neuwied wurde die fliegende Brücke mitgenommen und auf der Lahn neben der Schiffbrücke aufgestellt. Wiederholt werden Lieferungen an diezu Neuwied weggenommene Brücke ver- zeichnet, und Darnault verlangt am 21. Januar 1745 vom Bürger- meister das nötige Ol für die fliegende Brücke zur Beleuchtung während der Nacht. Bald kamen auch die Vortruppen der Oster- reicher in die Nähe der Lahn, und es wurden in der Folge Tag