68 37 ☛☛
sicherte auch Maillebois in einem Schreiben an Trier vom 13. November 1744, dass beim Durchzuge alles in Ordnung hergehen und alles bezahlt werden sollte. Am 9. Dezember erschienen die ersten Franzosen in Oberlahnstein. Sie kamen anscheinend aul der linken Rheinseite heran und überschritten den Strom auf einer Schiffbrücke, denn gleich bei der Ankunft wurden mehrere Regi- menter nach Braubach und Umgebung geschickt, wohin dann von hier aus Fourage geliefert wurde. Die Stadt wurde nun förmlich mit Soldaten überschwemmt, so dass die kleine mainzische Besatzung sich zusammen in dem Hause des Soldaten Lauer einquartieren musste. Der General Löwendahl nahm Wobnung im kurfürstlichen Schlosse mit vielen Rossen und Maultieren. Stadtkommandant wurde der Brigadier Darnault. Von den Truppen werden besonders erwähnt das Regiment Montboisier. Husaren- abteilungen und eine Freikompagnie. Sogleich wurden Anstalten zu stärkerer Befestigung der Stadt getroffen. Die Tore wurden ausgebessert und durch Palissaden geschützt, das Auf- und Zu- schliessen derselben übernahmen Soldaten des Regimentes Mont- boisier unter Aufsicht des Majors Lauzon. Ausser den Posten an den Toren stand noch eine Wache vor dem Rathause. An der Lahn wurde das Haus des Lahnfergen Johann Breitenbach zur Wachtstube eingerichtet, und der Besitzer musste mit Frau und 8 Kindern sich anderswo ein Unterkommen suchen. In dem Garten des Fergenhauses begann man sogleich mit dem Auf- werfen einer Schanze, um einen möglichst geschützten Ubergangs- punkt über die Lahn zu schaffen. Daher wurde auch alsbald eine Schiftbrücke über die Lahn geschlagen. Am 14. Dezember forderte Darnault ein Klafter Holz für die 60 Schiffer der Lahn- brücke, In der Stadt selbst wurden zunächst alle feuergefähr- lichen Orte untersucht, dann begann man mit der Einrichtung eines Getreidemagazines, wozu die Stadt 300 tannene Bretter lieferte. In dasselbe kamen zu Schiff 500 Malter Hatfer, dann weitere 617 Malter; dem städtischen Speicher wurden 100 Malter entnommen. Ebenso wurde ein Lazaret eingerichtet, das infolge des Wintermarsches stark belegt war und reichliche Lieferungen an Betten und Geräten aller Art erforderte; ein Offizier und ein Chirurgus nahmen in demselben Wohnung Für die nicht minder zahlreichen Gefangenen genügte das städtische Gewahrsam unter dem Rathause, die sogenannte Beutelskiste, nicht, und es wurde


