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befehlshaber Coigny begonnen. Sie zogen sich ohne Entscheid hin, bis im August 13 000 Russen unter Lascy zui Hülfe kamen. Auch wollte der Kurfürst von Bayern jetzt seine Truppen zum kaiserlichen Heere stossen lassen. Daher konnte Eugen daran denken, den General von Seckendorf mit einem Korps über den Hunsrück auf Trier zu marschieren zu lassen. Da waren auch die Franzosen zum Frieden geneigt, und es begannen alsbald die Verhandlungen, sodass Eugen bereits am 28. September nach Wien aufbrechen und das Kommando an den Herzog von Württemberg übertragen konnte. Die Friedenspräliminarien kamen schon im Oktober zustande, der Friede erst drei Jahre später nach langen Verhandlungen. So gingen auch die Truppen schon früh in die Winterquartiere. Im Anfang Oktober er- schienen die ersten wieder an der Lahn. Da wurde von neuem die Lahnbrücke aufgeschlagen, und die Wege zu derselben mussten ausgebessert werden. Der Bürgermeister berechnet für sich die Kosten für sechzehnmalige Hülfe beim Ubergange der Völker über die Lahn Diese selbst werden nicht genannt. Nur ein dänisches Regiment macht eine Ausnahme. Die Dänen waren am 22. September vom Neckar aufgebrochen und auf Mainz zu marschiert, um wieder die alten Quartiere auf dem Westerwald aufzusuchen. Ein Teil des Korps nahm seinen Weg auf der linken Rheinseite. So kam das Regiment Fink nach Rhens und sollte nach seiner Marschroute hier übersetzen und über die Lahn gehen. Da eilten Stadtschultheiss, Amtsschreiber und Bürgermeister nach Rhens zum Obersten und versuchten, diese Last von der Stadt abzuwälzen. Das gelang aber nicht. Es mussten vielmehr auch noch die Nachen von Braubach her- beigeholt werden, um das Regiment über den Rhein zu bringen. In die Unruhen des Truppenrückmarsches fiel auch wieder ein Brand bei Johann Nikolaus Kauth, der aber nicht weiter um sich griff. Wir lesen nur dabei,„dass die Stadt eine Feuerspritze be- sass, deren„ledernes Röhr“ mit Schmalz eingeschmiert wurde. Auch der Wald musste zweimal wegen Gesindel durchstreift werden. Schliesslich war noch eine letzte Folge des Krieges der Versuch eines Kirchendiebstahls, von dem der Ortspfarrer be- richtet.„Am 15. März 1736 haben besagte Diebe sich durch beide Kehrstore(an der Rheinstrasse) hineingearbeitet. Weil selbe eine Zeitlang Tag und Nacht ob bellum antecedens zuge-


