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Westerwald heran; so war ein UÜbergang der Franzosen nicht mehr möglich, und diese zogen sich wieder moselaufwärts zurück. Während dieser uncuhigen Wochen war man auch in Oberlahnstein nicht unbesorgt Verkündete doch der Pfarrer am 1. Mai von der Kanzel, dass er am nächsten Dienstag die Prozession nach Bornhofen wegen der streifenden Franzosen nicht halten könne. Aber man war auch auf der Hut. Diesmal blieb die Besatzung dauernd hier, die Offiziere lösten sich gelegentlich ab; auf den Leutnant Schmoll folgte Beaupré(vielleicht ein Sohn des früheren Lahnsteiner Kommandanten), diesem Jakobi. Auch war zur Be- aufsichtigung der Geschütze und der Munition ein Konstabler hierher beordert worden. 300 weitere Palissaden wurden in diesem Jahre an den Toren aufgestellt, die Tag und Nacht stets geschlossen waren. Am KRheine, Rhens gegenüber, stand eine Wachthütte mit einem Posten und ebenso an der Lahn. So war ein plötzlicher UÜberfall nicht so leicht möglich. Erst im juni kamen die ersten Truppen vorbei, die nach dem Oberrhein zogen. Bereits am 24. Mai musste das Westerwäldische Kreisregiment Coblenz verlassen und zwischen Coblenz und Neuwied Aufstellung nehmen, um den Befehl für den Abmarsch zur Armee Eugens zu erwarten. Der Oberst von Wied-Runkel hinterliess ein Schreiben, worin er erklärte, dass er bei dem schnellen Abzug die Schulden seiner Offiziere nicht regulieren könne, aber alles untersuchen und ordnen werde. Zu diesem Zwecke sollte der Fähnrich Rosenzweig zurückbleiben. Bald wurde eine andere Anordnung getroffen. Das Westerwälder Regiment und 100 münstersche Reiter blieben zur Postierung zurück; die übrigen Truppen zogen nach und nach zum oberrheinischen Heere. Graf von der Mark führte am 10. Juni sein eigenes Regiment und 3. münstersche Kompagnien nach Caub und Rüdesheim. Dann ward es still. Nur einmal, am 30. Juli, teilte General von Botz- heim mit, dass dem Vernehmen nach„unten am Rhein“ wieder eine französische Partei übergegangen und daher überall Wach- samkeit geboten sei. Bald fühlte man sich sicher, sodass von Oberlahnstein die Bitte an den„General von Mainz“(wohl Seckendorf) erging, zu gestatten, dass die Nachen wieder täglich dreimal über den Rhein fahren dürften. Inzwischen war Eugen um die Mitte Mai bei dem oberrheinischen Heere angekommen und hatte die Operationen gegen den neuen französischen Ober-


