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mit Wellmich und Gallscheid sollte noch 8000 Rationen liefern. Den gefangenen Geiseln ging es recht übel; sie kamen erst am 8 Mai in Trier an und hatten monatelang eine keineswegs an- genehme Gefangenschaft zu erdulden. Xhnlich wie in Boppard wurden auch in Weilmünster, Mayen und Laach Beamte und Geistliche fortgeschleppt. damit das Stift Trier sich bequeme, die noch rückständige Kontribution von 345728 Livres zu zahlen. Jetzt war man hier überall in grosser Aufregung. Von Ehren- breitstein aus erging ein Bericht an den stellvertretenden Befehls- haber des oberrheinischen Heeres, den Herzog von Württemberg. Der Oberst Casselli erliess am 6. Mai ein Schreiben an alle be- nachbarten Amter nördlich der Lahn und an die Stadtschultheissen von Oberlahnstein und Braubach, worin er das Geschehene mit- teilt und darauf hinweist, dass die Franzosen anscheinend über den Rhein wollten.„Darum sollen alle Tag und Nacht auf fleissiger, guter Hut sein, sich mit gutem Gewehr oder sonstigen Defensionsinstrumenten versehen, und wird der Feind gesehen, sogleich die Glocken schlagen oder andere öffentliche Zeichen geben, damit die Untertanen sich einfinden und mit vereinten Krätten den feindlichen Uberfall abtreiben und sich das Ihrige aufs beste bewahren.“ Ein gleiches Schreiben vom 8. Mai kam dann noch an die Amter vom Generalfeldzeugmeister von Secken- dorf aus Mainz, unter dem jetzt wohl alle am Rhein aufgestellten Truppen standen. Er nennt sich noch„Kommandant von Mainz und bis an den Neckar.“¹9. Die Sorge war nicht unberechtigt, denn am 6. Mai kam wieder ein Bericht von Oberwesel. dass der Ort 9— 10 Fuder Wein, 8000 Pfd. Brot, 4000 Pfd. Fleisch und 1054 Pfd. Tabak liefern solle. Augenblicklich lagen in den Orten von Vallendar bis Arzheim und Horchheim 300 Mann preussische Kavallerie. Jetzt wurde noch das dänische Regiment des Generals Dombroich vom Westerwald an den Rhein beordert. Es erschien am 10. Mai mit 8 Kompagnien, von denen 4 auf die Festung, 2 nach Bendorf und 2 nach Niederlahnstein kamen. General v. Botzheim, der Gouverneur von Ehrenbreitstein, konnte am folgenden Tage an Seckendorf berichten, dass wenn die letzten 4 Dombroichschen Kompagnien, die noch in Montabaur ständen, an die Stelle der zu ihrem Regimente abberufenen Preussen ge- treten seien, so sei die Postierung von Bonn bis zur Lahn ge- schlossen. Es kamen dann noch münsterische Truppen über den


