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sollte nach dem Vertrage 8000 Livres zahlen. Die ersten Ter- mine für die Lieferung der Brandschatzungssumme verflossen, aber die Lahnsteiner lieferten nicht. Dafür sandten sie ein Me- moriale an den Kurfürsten und baten um eine Besatzung, damit sie sich wehren könnten. Es kamen 50 Mann unter dem Leut- nant Schmoll. Die Franzosen waren aber nun auch ungeduldig geworden. Am Epiphaniastage 1735 erschienen Abgesandte der- selben und verlangten unter Drohungen die Summe. Sie erhielten nichts. Dafür wurden am folgenden Sonntag in der Nacht um 11 Uhr die Bürger unsanft aus dem Schlafe geweckt. Von zwei Stellen her, von der Kripp und Kapellen, wurde die Stadt be- schossen. Bald beantworteten Bürger und Soldaten von den Türmen aus die Schüsse und blieben die Nacht über alle in Waffen. Einen Uebergang über den Rhein wagten die Franzosen nicht.
Seit Ende November 1734 befand sich nämlich in unserer Gegend neben den Besatzungen von Coblenz und Ehrenbreitstein das vom Kaiser besoldete dänische Hülfskorps, 6000 Mann unter dem General Grafen Mörner. Als dieser auf dem Westerwalde die Winterquartiere bezog, war man dort sehr ungehalten und beschwerte sich nach allen Richtungen. Daneben stand noch in Neuwied und Umgebung das westfälische Kreisregiment unter dem Grafen von der Mark und das Westerwälder Kreisregiment unter dem Obersten von Wied-Runkel, von dem Abteilungen in Ems und Fachbach einquartiert waren. Um den 10. April ging zuerst der General Stolz mit seinem Regiment, das in Coblenz gelegen hatte, über die Lahn und eilte zum oberrheinischen Heere. Dann hörten zunächst die Märsche zum Hauptheere auf, denn gegen Ende des Monats kam die Nachricht, dass Belleisle ein Korps von 6— 8000 Mann zu Fuss und zu Pferde gegen den Rhein vorrücken lasse und dass ausserdem noch 7 Schiffe mit Grenadieren auf der Mosel herankämen. Das war richtig. Am letzten April erschien ein starkes Detachement vor Boppard, plünderte das Marktschiff, das zwischen Coblenz und Boppard fuhr, unter dem Vorwande, es führe Kriegsmaterial für die Gegner mit sich, und zog gegen Mittag in die Stadt ein. Hier über- nachteten die Franzosen und nahmen dann am andern Tage die vornehmsten Beamten und Bürger der Stadt, 11 Mann, als Geiseln mit sich wegen rückständiger Kontribution. Das Amt Boppard


