Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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unnötig, denn da die linke Rheinseite, von den Besatzungen in Trarbach und Coblenz abgesehen, von Truppen entblösst war, so liessen sich in der Gegend wiederholt französische Streifscharen blicken Einmal musste der Kammerrat einen Boten an die Mosel schicken, um Kundschaft einzuholen. Bald darauf kam die Nachricht, die Feinde seien im Anzug, und man sandte nach Coblenz um Hülfe. Die Bürgerschaft aber blieb während der Nacht mit ihrer Wehr in Bereitschaft am Rathause. Doch auch diese Gefahr schloss mit einem Ehrentrunke für die Offiziere und den Feldwebelin Hans Peter Bangens Wirtsstube. Um die gleiche Zeit plünderte eine andere französische Streifschar Winkel im Rheingau und führte eine Anzahl Einwohner mit sich fort nach Trier, wo sie erst gegen ein beträchtliches Lösegeld ent- lassen wurden. Für dieses Jahr wurden 18 Quartale Schatzung erhoben, im Betrage von 1729 Gld.

Im Januar 1707 starb der Markgraf Ludwig von Baden; sein Nachfolger wurde zunächst der schon bejahrte Markgraf von Bai- reuth. Da die Zuzüge aus dem Reiche ausblieben, musste dieser fast ohne Widerstand das festeste rechtsrheinische Bollwerk, die lange Schanzlinie von Philippsburg bis Stolhofen, Hagenau gegen- über, die sogenannten Stolhofener Linien, aufgeben. So konnte sein Gegner Villars ungehindert in die süddeutschen Lande ein- dringen und von den Städten und Fürsten reiche Kontributionen erheben, und fast den ganzen Sommer hindurch brandschatzten seine Streifscharen die mittelrheinischen Gebiete. Am 15. juli schrieb der Amtmann von Braubach:Wir sind keine Nacht sicher, die Lahnsteiner haben Succurs von Mainz bekommen, uns ist alle Assistenz abgeschlagen. Von Darmstatt ist alles geflüchtet. Gott stehe unserem armen Lande bei. Um die Mauern von Braubach besser bewachen zu können, musste der Ausschuss von Katzenelnbogen, Dachsenhausen und Gemmerich herbei geholt werden. Auf dem Westerwalde brandschatzte ein Streifkorps und verlangte von den Ständen, dass den Franzosen freier Durch- zug durch diese Gebiete gewährt werden sollte. Man beschloss, am Rhein bei Hönningen und Neuwied Kreistruppen aufzustellen und den Kurfürsten von der Pfalz zu bitten, dass er für einige Zeit die Freikompagnie, die in Caub stand, auf den Westerwald schicke. Auch Lahnstein musste in diesem Jahre zur Bezahlung der französischen Kontribution und Kursgelder 300 Reichstaler