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Truppen, denen der Kammerrat und der frühere Bürgermeister Steinmann bis Bonn entgegenfuhren. Am 13. April war für sie bereits die Lahnbrücke wieder aufgeschlagen und mit Stroh be- legt worden. Es waren Sachsen-Gothaer, die zum Markgrafen von Baden an den Oberrhein zogen. Hier sah sich dieser bald überlegenen Kräiten der Marschälle Villars und Marsin gegenüber- Er wünschte dringend, dass die auf dem Hunsrücken und im Moselgebiet liegenden Hannoveraner, Hessen und Pfälzer zu ihm stiessen. Am 14. Mai erwartete man denn hier auch den Hinauf- marsch der Hannoveraner. An diesem Tage ging Hans beter Bang nach Winningen, um sich wegen des Marsches derselben zu erkundigen. Ueber diesen findet sich nur noch die Notiz: „Item habe bei den anmarschierenden hannoverschen Truppen Herrn General Rantzau 10 Mass vom besten Rüdesheimer Wein nebens einem Hammel und 4 Krug Dünsteiner Wasser verehrt und Herrn Kammerrat deswegen zahlt 8 Gld. 20 Kr.“ Rantzau sollte sich mit Bülow vereinigen, der seit dem 15. Mai ein Lager bei Mainz bezogen hatte und das ganze hannoversche Corps zu- sammenziehen sollte. Zu einer Hülfeleistung desselben am Ober- rhein kam es nicht, denn inzwischen hatte der Markgraf sich be- reits am 6. Mai auf die rechte Rheinseite zurückgezogen, und bald kamen Nachrichten vom niederländischen Kriegsschauplatz die die ganze Lage änderten. Hier hatte Marlborough am Pfingst- tage(23. Mai) bei Ramillies über Villeroy und Max Emanuel einen glänzenden Sieg erfochten. Darum zog jetzt vom Ober- rhein der grössere Teil der französischen Truppen dem ge- schlagenen Heere zu Hülfe. Ebenso verlangte Marlborough alle verfügbaren Streitkräfte, um den Sieg möglichst auszunutzen. So begegnen wir denn alsbald den nach den Niederlanden eilenden Scharen. Am 29. Mai ritt der Stadtschultheiss den hannoverschen Truppen nach Wiesbaden entgegen. Am 3. juni erschienen sie und bezogen ein Lager auf der Schartwiese, wohin dann Holz und Fourage geliefert werden musste, die zum Teil in Nachen von Braubach geholt wurde. 25 Malter Mehl wurden in der Stadt zu Brot verbacken. Gleich nach dem Weggange der Hannoveraner kamen Pfälzer durch das Rheintal heran. Daneben wurde auch die Garnison verstärkt. Im Mai erschien Fähnrich Schädel mit einem Kommando mainzischer Soldaten, im Sommer noch ein Feldwebel mit einer zweiten Abteilung. Es war auch nicht ganz


