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von einem Kapital entleihen, das der Kapelle auf dem Spiess durch ein Vermächtnis zugefallen war. Eine Ueberrumpelung der Stadt hatte die verstärkte Besatzung verhindert. In einer Ge- richtsverhandlung wegen einer Schlägerei zwischen jungen Leuten und Soldaten, in die der Wirt Hans Peter Bang verwickelt wurde— er hatte einen Soldaten„mit einem Steckelchen“ über den Kopf geschlagen, worauf ein anderer Soldat ihm mit dem Degen„von hinterwärts“ die halbe Hand abhieb— treten auf: Ein Musketier von Major Beauprés Kompagnie, ein Soldat von Hauptmann Becker, ein Tambour von Hauptmann Wurm und ein Soldat von Herrn Generalmajor.“ Das konnte aber die Be- satzung nicht hindern, dass die Franzosen die Mühlen plünderten, zwei Müller und drei Bürger, die sie auf einem benachbarten Dorfe trafen, gefangen mit sich nach Trier führten. Sie mussten von der Gemeinde ausgelöst werden.“ Im September übernahm der Kurfürst Georg Ludwig von Hannover den Oberbefehl über das oberrheinische Heer. Ernstliche Vorteile vermochte aber auch er über Villars nicht mehr davonzutragen. Die Hannoveraner bezogen dann wieder die Winterquartiere auf Westerwald und Taunus bis Hanau. Für den Feldzug des Jahres 1708 kam es den Verbündeten zustatten, dass Italien seit der Schlacht bei Turin von Franzosen frei war. So konnte Prinz Rugen sich auf dem deutschen Kriegsschauplatze beteiligen. Es wurden daher 3 Heere aufgestellt, das eine am Oberrhein unter dem Kurfürsten von Hannover, das zweite an der Mosel unter Rugen, das dritte unter Marlborough in den Niederlanden. Von dem oberrheinischen Heere sollten Truppen an die Moselarmee abgegeben werden. Das Städtchen Kastellaun auf dem Hunsrück war als Centrum für die anmarschierenden Scharen bestimmt. Im Mai rückten diese gegen Kreuznach und Coblenz vor. Viermal musste daher der Stadtschultheiss Serger den„von oben herab“ anmarschieren- den Truppen bis Kemel und Schwalbach entgegenreiten. Das Regiment Fechenbacho, dann ein badisches und zuletzt ein nicht näher bezeichnetes Husarenregiment bezogen nach einander ein Lager in der Gemarke, Rhens gegenüber und blieben immer mehrere Tage dort. Damit die Saaten und Weingärten verschont würden, liess die Stadt 12 hiesige Soldaten in denselben Wache halten. Der Husarenoberst erhielt„eine Flasche Kellerwein, 6 Quart haltend, sowie an einem Fasttage ein Fischessen verehrt.“


