Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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Gegend Truppenbewegungen, die anfangs planlos erschienen. Am 7. April lagerten Hessen, die aus den Winterquartieren nach den Niederlanden zogen, in den Höfen auf der Höhe. Als sie am folgenden Tage hier über die Lahn gingen, wurde zur Vermeidung von Vorspann die Bagage durch hiesige Schiffer nach Neuwied gebracht. Am 3 Mai wurde Hans Peter Bang einem Trupp Husaren entgegengeschickt, die ebenfallsvon oben herab kamen, um ihnen den Weg über Dausenau zu zeigen Ihre Ba- gage musste aber durch Bürger hier über die Lahn geschafft werden. Am 8. Mai kamen zuerst pfälzische Truppen vom Niederrhein her. Sie wollten mit Gewalt Vorspann haben, darum ritt der Bürgermeister mit ihnen bis auf den Braubacher Berg und sorgte dafür, dass in Braubach der Vorspann herausgeschafft wurde. Zwei Tage später mussten wieder die Truppen des Generals Hompesch, der mit mehreren hessischen Regimentern nach dem Oberrhein beordert war, eilends über die Lahn ge- bracht werden. Inzwischen hatte Marlborough seine Vorbereitungen beendet und war mit 25 000 Mann von den Niederlanden auf- gebrochen. Bei Sinzig gelangte er an den Rhein. Am 26. Mai war er in Coblenz, wo der Uebergang bewerkstelligt werden sollte. Nach einem Briefe, den der kaiserliche Gesandte in London, Graf Wratislaw, am 28. Mai von Nastätten aus an den Markgrafen von Baden richtete, ging am 26. die Cavallerie auf zwei fliegenden Brücken über, während am 27. die Infanterie und die Feldartillerie auf der Mainzer Schiffbrücke übersetzte, die der Kurfürst von Mainz zu diesem Zwecke mit einer Abteilung Soldaten nach Coblenz geschickt hatte.

Nach Lahnstein war die Nachricht von der Ankunft des Heeres schon früher gekommen. Am 22. wurde die Brücke über die Lahn geschlagen, wobei die Bürger halfen; der Bürgermeister und ein Schöffe aber gingen nach Andernach und Sinzig, um zu sehen, wie die Verteilung gemacht sei. Am 25. morgens begaben sich der Bürgermeister und der Oberschultheiss von Lorch nach Coblenz zum Obersten von Elz, der für tunlichste Befreiung von Einquartierung sorgen sollte; zwei Schöffen eilten auf die Mainzer Brücke, um noch einige Mainzer Mannschaft zur Verstärkung der Garnison zu holen, damit etwaiger Unordnung gesteuert werden könnte. Es kam denn auch ein Fähnrich mit 38 Mann. Bereits am Nachmittage ging die erste englische Mannschaft über die