Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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am 29. Nov. auf, um die Winterquartiere an der Aar zu beziehen. Auf die Bitten des Kurfürsten von Mainz wurde er wieder zurück- gerufen und die hannoverschen Truppen bestimmt, den Rhein zwischen Mannheim und Coblenz zu bewachen Daher passierten in den letzten Tagen des Dezember ständig hannoversche Truppen die Lahn, um die ihnen bestimmten Quartiere aufzusuchen, wobei Bürger und Beamte nicht wenig in Anspruch genommen wurden. So kamen am 28. Dezember 1400 hannoversche und dänische Reiter in Neuendorf(bei Coblenz) an, und der Bürgermeister musste mit einem Schöffen dorthin, um der Verteilung der Quar- tiere beizuwohnen. Als dann abends ein Teil derselben über die Lahn kamund Herr Schultheiss von Braubach allen Fleiss auf- wendete, die Völker auf unsere Stadthöf zu logieren, wurde der Bürgermeister noch zum Quartiermeister geschickt, um das zu verhindern. Den Frönern aus der Stadt, die bei der Ueberfahrt der Bagage helfen mussten, wurde wegen der grossen Kälte Wein verabreicht. Oberlahnstein sollte durch 200 Kommandierte aus allen auf den Dörfern liegenden Truppen besetzt werden. Das unterblieb, weil inzwischen der Kurfürst selbst eine Besatzung in die Stadt gelegt hatte. Am 16. Dezember kamen 150 Mann Mainzer Truppen unter dem Hauptmann Beaupré zu Schiff hier an. Dieser traf sofort Anstalten, die Stadt gegen einen etwaigen Angriff zu decken. Es mussten die zu Palissaden geeigneten Bäume im Walde angewiesen und die Wege dahin gemacht werden. Als der Hauptmann mit Gewalt nur eichene Palissaden haben wollte, drangen die Beamten mit Bitten und einer kleinen Verehrung an Wein in ihn und die beiden andern Offiziere und erreichten auch, dass er von dieser Forderung abstand. Tag für Tag wurden in den beiden ersten Monaten des Jahres 1704 Palissaden und Faschinen gehauen und durch Fronfuhren in die Stadt gebracht. Auch die Früchter, Becheler und Schweighauser mussten Palissaden liefern. Sämtliche Tore wurden stark ver- schanzt, das Kehrstor(Rheinstrasse) zugemauert, das Viehtor (Burgstrasse) erneuert. Zu der Verschanzung am Michelstore (Nordtor) wurden auch 6 WagenBesserung gebraucht. Nach so angestrengter Arbeit konnte mit Recht Gericht und Rat die Offiziere zu Fasnacht auf das Rathaus laden und ihnen einen Trunk guten Wein verehren, um in gutem Verständnis mit ihnen zu leben. Am 10. März verliess Beaupré die Stadt, und an seine