Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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ihrem Korporal zu einer Uebung von 5 Wochen nach Mainz kommandiert Als sie am 3. Februar zurückkehrten, wartete ihrer hier ein festlicher Empfang. Am 3. April musste die Miliz aber- mals nach Mainz, und gleichzeitig wurden die übrigen Junggesellen über 18 Jahre zur Besichtigung nach Geisenheim beordert. Noch zweimal ging die Miliz in diesem Jahre nach Mainz, und in der Zwischenzeit fanden hier regelmässige Exerzierübungen statt, die gewöhnlich mit einem von der Stadt gespendeten Trunk schlossen. Entsprechend der näheren Gefahr wurde auch die Steuerschätzung eine grössere; statt der üblichen vier wurden zehn Quartale, ca. 1000 Gulden, erhoben.

Den Feldzug des(folgenden) Jahres 1703 leitete der Marschall Tallard ein durch einen Vorstoss von Trier aus. Die Hessen und Hannoveraner in holländischem Solde, die Prarbach blockier- ten, zogen sich nach Coblenz und über den Rhein, zum Tedl auch nach Rheinfels zurück Dann entſfernte sich Tallard wieder, und die Korps der Verbündeten konnten von neuem in die alten Quartiere einrücken. Im ganzen verlief der Kampf in den Nie- derlanden für die Verbündeten glücklich, während sie am Ober- rhein beträchtliche Verluste erlitten. Hier hatte Markgraf Ludwig gegen die Marschälle Villars und Tallard einen schweren Stand. Breisach wurde am 6. September von den Franzosen genommen, Landau von Tallard eingeschlossen. Entsatztruppen, die von den Niederlanden her unter dem Grafen Johann Ernst von Nassau- Weilburg und dem Erbprinzen von Hessen-Kassel anrückten, wurden am Speierbache überrascht und schwer geschlagen(15. Nov.), worauf am 17. November Landau den Franzosen wieder übergeben wurde. Erst spät suchte man die Winterquartiere auf, weil die Witterung lange milde blieb. Noch am 24. November schrieb Markgraf Ludwig:Zu diesem allen giebt grosse Fazilität das anhaltende schöne Wetter, welches man in Manns Gedenken nicht erlebt hat. dann es nicht anders aussiehet, als wann es beständig Frühling wäre. So wuͤrde es auch bei uns erst gegen das Ende des Jahres lebendig. Bei dem Entsatzheere des Erb- prinzen von Hessen war auch ein Korps Hannoveraner unter General von Rantzau; ein anderes unter General von Sommerfeld sollte folgen. Sommerfeld verliess am 14. Nov. Coblenz und er- hielt bereits auf dem Hunsrück die Nachricht von der Niederlage am Speierbach. So kam er nur bis Mainz. Von dort brach er