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wenn wir die Brottaxe vom Jahre 1638 und die vom Jahre 1647 vergleichen. So heißt es im erſtgenannten Jahre: ¹) Wenn das Coblenzer Halbmalter Korn wiegt 135 Pfd. und mit den Unkoſten 10 Gld. 3 Alb. gilt, auch für Abgang 22 Alb. berechnet werden, ſo ſoll das 6 Alb.⸗ Brot wohl ausgebacken wiegen 3 Pfd. 12 Lot; ein Zweialbus⸗Weck ſoll wiegen 15 ½ Lot; ein Zweialbus⸗Schößgen 15 Lot.
Weiter leſen wir: Anno 1647 den 9. Auguſt iſt in Gegenwart des Herrn Saalkellners, des Schultheißen und des ganzen ehrſamen Gerichts und Rats das Coblenzer Weißbrot gewogen worden und befindet ſich, daß für 1 Alb. Schößgen wohlgebacken wiegen ſollen: 1 Pfd. 1 Lot; für 1 Alb. Spitzweck 31 Lot; für ein Alb. Brötchen 1 Pfd. 20 Lot; für 4 Alb. Roggenbrot 10 Pfd.—
Zeigt ſich ſo bereits eine Wendung zum Beſſeren in der Lebens⸗ haltung unſerer Altvorderen, ſo ſollte nun auch endlich die Gewähr eines dauernd friedlichen Daſeins folgen. Am Dienſtag den 24. Oktober 1648 wurde nach langen Verhandlungen in Münſter der Friede unterzeichnet; die Osnabrücker Unterhändler waren zu dieſem Zwecke dorthin gekommen. Am Mittwoch verkündeten Herolde in prächtigem Aufzuge unter Trommel⸗ ſchlag und Trompetenklang in allen Straßen Münſters den Frieden. In feierlichem Dankgottesdienſte pries alsdann im Auftrage Oxenſtiernas der Braubacher Hofprediger und Geſchäftsträger des Landgrafen Johann*) die Segnungen des Friedens und rührte die Herzen der Anweſenden zu Thränen. Kanonendonner ertönte den ganzen Tag, und überall ſah man hoch und niedrig, Bürger und Fremdlinge ſich beglückwünſchen und die Hände ſchütteln. Was dort in der Friedensſtadt geſchah, fand frohen Wiederhall in allen Gauen Deutſchlands; überall erdröhnten Kanonen; überall klangen die Glocken. Wie ein liebliches Märchen aus längſt vergangenen Tagen erſchien dem Ohr der Bürger und Bauern die Kunde, daß endlich Friede und Ruhe einkehren ſollten. Auch unſere Stadt, die in den letzten Jahren wieder mancherlei Unruhen erfahren,
²) Es iſt das Jahr nach der Einnahme Ehrenbreitſteins. Die gewaltige Anhäufung von Truppen in den vorigen Jahren hatte es dahin gebracht, daß man ſtatt der Acker und Weinberge vielfach nur Viehweiden und Wege ſah und die Bewohner der Umgegend ihr Heim verließen und in die Wälder flohen, um das nackte Leben zu retten. Cobl. Staatsarchiv.
Wyttenbach, gesta Trevirerum III. 81.
²) Briefwechſel Schupps und des Landgrafen Johann in Braubach. Mit⸗ teilungen des Oberheſſ. Geſchichtsvereins. 1890.


