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Nur 11 noch dazu übel zugerichtete Schiffe brachte er nach seinem alten Schlupf- winkel, der Insel Pehou. Von dort aus begann er sein altes Räuberhandwerk wieder, ohne jedoch es wieder zu seiner früheren Grösse ⁴²) zu bringen. Eine spanische Gesandtschaft, welche auf der Rückkehr von China begriffen war, entgieng später nur durch einen Zufall der Gefahr, in die Hände des Piraten zu fallen.
So war Manila und der ganze asiatische Besitz der Spanier wie durch ein Wunder unversehrt aus dem gefährlichen Kampfe mit dem Piratenkönig hervor- gegangen. Alle Tapferkeit der Spanier und aller Heldenmut des Achilles-ähnlichen Salcedo wäre vergebens gewesen, wenn Limahon Manila mit seiner gesammten Macht am 30. November 1574 angegriffen hätte, seine Uebermacht hätte die Spanier erdrücken müssen. Zum Glücke wurde die sonstige Energie des Piraten- chefs durch das bange Gefühl, zum ersten Male mit der im Oriente als unüberwindlich gerühmten Tapferkeit der Europäer rechnen zu müssen, derartig gelähmt, dass Unschlüssigkeit alle Massregeln der Chinesen leitete und so den Spaniern zum schliesslichen Siege verhalf. So hatte Manila den ersten Anprall eines chinesischen Angriffes mit Glück überstanden, wir werden sehen, wie es auch noch fernerhin gelang, die Perle der Philippinen vor den Angriffen der Söhne des„Reiches der Mitte“ erfolgreich zu schützen.
11.
Wie ich in der Note 40 bereits bemerkte, war der kais. chinesische Commodore Aumon auf der Nachspürung Limahons begriffen in Lingayen ein- getroffen und war von dort nach Manila gesegelt, wo ihn der Gobernador mit ausgesuchten Höflichkeiten überschüttete. Denn Labezares musste es als seine Hauptaufgabe betrachten, friedliche Beziehungen mit einem Reiche zu unter- halten, dessen Piraten allein im Stande waren, den ganzen spanisch-asiatischen Besitz vollständig in Frage zu stellen. Aber nicht allein politische, sondern noch vielmehr commercielle Rücksichten waren es, welche Labezares bewegen mussten, dem kais. Commodore alle Gefälligkeiten zu erweisen, die in seiner Macht lagen. Denn die Spanier wussten, dass(nach der damaligen Lage der Dinge) der Besitz der Philippinen ohne den chinesischen Handel für die castilianische Krone vollständig wertlos wurde. Es darf uns daher nicht Wunder nehmen, zu erfahren, dass Labezares mit eigenem Gelde 52 gefangene Chinesen(Männer und Frauen) von ihren nunmehrigen Besitzern loskaufte, um sie dem Commodore zu über- geben. Denn dieser hatte den Wunsch geäussert, leinige der in Pangasinän gefangenen Chinesen loszukaufen, weil sich unter diesen besonders viele Frauen vornehmen Standes befanden, welche der Pirat an den Küsten Chinas geraubt hatte. Da aber diejenigen Officiere und Soldaten, welche diese in Pangasinän erbeutet hatten, sie nicht umsonst hatten hergeben wollen und in der Staatskasse kein Peso vorhanden war, so hatte Labezares in seinen eigenen Säckel greifen müssen. Der chinesische Officier entzückt über die Ritterlichkeit des Spaniers erklärte sich bereit, eine spanische Gesandtschaft nach China mitzunehmen. Dass Labezares über diese Gewährung der sehnlichsten Wünsche der Spanier eine mehr als gewöhnliche Freude bezeigte, ist natürlich. Die Gesandtschaft sollte aus D.
4²) Trotzdem gab er den chinesischen Kriegsflotten noch genug zu thun, als er schliesslich von einer Kriegsflotte eingeschlossen seine Niederlage unvermeidlich sah, verliess er mit seinem Admiralschift, auf dem er seine Schätze barg, heimlich seine Leute und flüchtete nach Hinterindien, wo er in den Gewässern von Cochinchina Schutz vor seinen Verfolgern suchte. Von dorf wandte er sich schliesslich nach den siamesischen Gestaden.—


