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fallen, mit Waffengewalt den Aufstand zu unterdrücken. Salcedo, der von Freund und Feind bewunderte und geliebte Held, wurde beauftragt mit den Führern ²³²) der Insurgenten zu unterhandeln, um sie auf friedlichem Wege zur Unterwerfung zu bringen. In der That gelang es dem persönlichen Zauber des tapferen Maestre de Campo durch Abhilfe einiger Ungerechtigkeiten der Spanier gegen die Führer der Insurgenten und durch Zusicherung einer Amnestie dieselben zum Niederlegen der Waffen zu bewegen. Der Rajah von Tondo und der von Manila schwuren aufs neue den Unterthaneneid und der Gobernador schwor dafür bei den Evangelien, das Vorgefallene für immer zu vergessen. Gleichzeitig unterwarf man durch Milde und Nachsicht die gleichfalls abgefallenen Bewohner von Mindoro.
Dann brachte Salcedo aus der Provinz Pampanga das nötige Holz und 2— 3000 ³³⁸) Pampangos ³⁴) mit, um das Fort von Manila fertig zu bauen, was auch in zwei Monaten glücklich zu Ende geführt wurde. Man wollte eben nicht eher gegen den Piraten vorgehen, bevor man nicht einen festen Punkt besass, auf den man sich im Falle der Not zurückziehen konnte. Verhältnismässig nicht langsam sammelten sich inzwischen in Manila die Truppen der Philippinen.
Der Pirat Limahon hatte sich, wie wir bereits wissen, in Pangasinän verschanzt und dessen Bewohner zum Abfalle von den Spaniern gebracht, indem er unter den Eingebornen die Nachricht verbreiten liess, er hätte Manila verbrannt und alle Spanier daselbst mit dem Gobernador Labezares getödtet. Ueberdies versprach er nie einen Tribut von ihnen zu erheben. Auch nach Ilocos wurden Schiffe abgeschickt, um die Indier zum Abfalle von den Spaniern zu bewegen. Er schrieb grosse Prämien für die Mörder von Encomenderos aus, doch fand er in Ilocos keinen Anhang, so dass es eitle Mühe von ihm war, bereits die Gouverneure der einzelnen Districte von Ilocos ernannt zu haben. In Pangasinän dagegen fiel ihm alles zu, so dass er in der That gleich einem„König von Pangasinän“ herschte, obwol es sehr fraglich und auch irrelevant ist, ob er sich auch den Königstitel beigelegt habe, wie dies Fray Gaspar(pag. 287) ausdrücklich erwähnt. Während der Rüstungen schickte Labezares einige Streif- parthien nach Pangasinän, um die Indier zum Verlassen der Piraten zu bewegen, doch blieben selbe erfolglos. ³⁵)
Am 15. März 1575 waren endlich alle königlichen Truppen, die meisten Encomenderos der gesammten Philippinen(llocos ausgenommen) und ein Theil der Bürgerschaft der von Legazpi begründeten Stadt Cebú in Manila concentrirt, sowie zahlreiche indische Hilfstruppen. Aus diesen wählte Labezares die tüchtigsten und erprobtesten heraus und bildete aus denselben das Expeditionscorps, mit dessen Commando er den Maestre de Campo, Juan de Salcedo betraute. Das ganze Corps bestand aus 250 Spaniern und nahezu 2000 Indiern ³³⁶) und wurde
2z) Es waren dies der Rajah Soliman von Manila und der Rajah von Tondo, Lacondala.
3) Fray Gaspar pag. 292.
44) Die äusserst kriegerischen Bewohner der Provinz Pampangas. Nüheres über diesen Stamm bringt Jagor in seinem oben erwühnten Werke.
4s) Dies ist um so eigenthümlicher als die Chinesen sonst von den Eingebornen tödtlich gehasst wurden, wahrscheinlich wurden sie von den Piraten furchtbar terrorisirt und wagten es noch nicht abzufallen, so lange die Chancen des Erfolges auf Seiten der Chinesen waren. Die beiden Recognoscirungsabtheilungen waren nämlich sehr schwach. Hätten sie sich für die Spanier erklärt, so waren sie nach dem Abazuge derselben schutzlos der Rache des grau- samen Limahon preisgegeben. Daher ihre Rückhaltung, denn sie bekamen ja bald die chinesische Herschaft satt, welche sie mit viel grösseren Frohnden und Forderungen als die spanische plagte, trotz den Versprechungen, welche Limahon beim Betreten Pangasinäns gemacht hatte.
36) Buzeta-Bravo gibt(2. Bd. pag. 287) die Zahl der Indier auf 2500 an, was entschieden falsch ist. Die Ziffer 2500 kann nur dann eine gewisse Berechtigung haben, wenn die Seeleute mit einbezogen sind.— Interessant ist es zu erfahren, dass in Manila 230, in Cebüú 20 und


