Aufsatz 
Studien und Kritiken zur lateinischen Syntax : 1. Teil
Entstehung
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tikeln tum, olim u. à. mit dem Imperfekt, und von nunc, iam mit dem gegenübergestellten Präsens. Hier glaubt der Ver- fasser ausgezeichnete Beispiele für die syntaktischen Beziehungen zwischen Wortbedeutung und Tempusfunktion(vgl. Morris S. 47 und 72 mit der Anm.) gefunden zu haben; so seien die bei Varro zahlreich im Imperfekt erscheinenden Verba des Nennens von Natur augenscheinlich geeignet zum Ausdruck der Gewohn- heit in der Vergangenheit: was mir allerdings nicht recht ein- leuchten will. Eine solche Beziehung scheint mir auch bei den Verba der Gewohnheit, soleo etc., nicht nachweisbar, da doch der Verfasser selbst ihr seltenes Vorkommen im Imperfekt natürlich findet, weil sie in jedem Tempus der Vergangenheit the customary past function ausdrücken. Und so zeigt er denn auch gleich darauf, dass die eventuell konkurrierenden Ausdrücke mos erat, solebam sehr selten sind im Vergleich mit dem offenbar schon längst eingebürgerten Impf. consuetudinis. Das nach dem Verfasser nur selten vorkommende Imper- fekt der wiederholten Handlung er zählt nur 13 Fälle unterscheidet sich von dem der gewohnheits- mässigen Handlung nach seiner Definition dadurch, dass nicht eine Gewohnheit, Sitte beschrieben, sondern eine in Zwischen- räumen wiederholte Handlung ohne Gegensatz zur Gegenwart dargestellt ist. Aus der von ihm anerkannten geringen Zahl der Fälle glaubt er S. 186 schliessen zu müssen, dass der Ge- brauch, obwohl dem ursprünglichen Gebrauch desprogressiven Imperfekts so nahestehend, im Altlatein erst in seinen An- füngen steht. Daran macht ihn auch der von ihm anerkannte verschiedene Tatbestand des Griechischen(vgl. Brugmann, Gr. Gr. ²). S. 184, 3 A. S. 488) nicht irre. Wenn im späteren Latein die Iterativbedeutung des Imperfekts so gewöhnlich sei, so er- blickt er darin einen ausgezeichneten Beleg für den Prozess, durch welchen eine sekundäre Funktion einem Tempus aufge- pfropft wird. Doch ich fürchte, dass seine Schlüsse auf ungenauer Interpretation ruhen. Schon die obenerwähnten fünf Imperfekta aus dem dem(Quadrigarius zugeschriebenen Fragment bei Gellius haben wir als Imperfekta der wiederholten Handlung erklärt. Wenn ferner As. 938 dicebam hierhergerechnet wird,