Aufsatz 
Studien und Kritiken zur lateinischen Syntax : 2. Teil
Entstehung
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auf das eines so genauen Kenners der Sprache, wie A. Tobler ist, der in seinen Vermischten Beiträgen zur Französischen Gram- matik², Leipzig 1894 S. 142 die Form je partirais ausdrücklich als eine solche erklärt, die ihren präteritalen Charakter aufgegeben, ihn mit dem eines Präsens vertauscht und dafür modales Wesen angenommen hat; und S. 143 die Protasis s'il faisait beau in derselben Weise erklärt als Verschiebung des Ind. Impf. in die Gegenwart:wenn es jetzt, heute schön wäre, d. h.bei Erfüllung einer Bedingung, die tatsächlich unerfüllt ist. Und nur unter- schreiben kann ich, was Tobler zur allgemeinen Erklärung dieser Verschiebung auf derselben Seite oben sagt:Und nicht un- natürlich ist dieser Umschlag: das Nichtwirkliche, das bloss Ge- dachte, dessen Nichtwirklichkeit für uns ausser Zweifel steht, befindet sich zu unserm Denken in einem ganz ähnlichen Ver- hältnis wie das Vergangene; das eine wie das andere ist nicht, ist ein Abgetanes, auf das wir zwar mit unserm Denken zurück- kehren können, dem aber die Realität für die Gegenwart abgeht.

Zum Schluss möchte ich noch auf eine beachtenswerte Aus- führung Methners auf S. 91 hinweisen. Er verteidigt seine Er- klärung von Verg. Aen. 2, 56 si mens non laeva fuisset Troia nune staret als eines präteritalen Imperfekts= wäre Troja stehen geblieben durch den Hinweis auf deutsche Beispiele wie Schiller, Mar. St. 4, 6, 84Maria war noch heute frei, wenn ich es nicht verhindert hätte. Auch wir können sagenso stand Troja noch heute, und doch verliertstand von seiner prä- teritalen Bedeutung nichts. Nun wird allerdings das, was M. beweisen will, hierdurch nicht strikte bewiesen, da der deutsche Indikativ doch nicht wohl ohne Weiteres mit dem lateinischen Konjunktiv verglichen werden kann. Erst wenn er nachwiese, dass ein deutsches stände noch präterital empfunden werden könnte, so wäre der Beweis als gelungen zu betrachten.

Aber interessant ist der Hinweis doch dadurch, dass er, wie mir scheint, uns eine Etappe des Weges zeigt, der von der präteritalen Bedeutung des Imperfekts in Bedingungs- und Wunsch- sätzen zur präsentischen Bedeutung hinüberführte. Wir emp- finden in dem oben angeführten Beispiel die Formstand nur präterital, und doch ist durch das beigerücktenoch heute eine