Aufsatz 
Studien und Kritiken zur lateinischen Syntax : 2. Teil
Entstehung
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Beziehung auf die Gegenwart hinzugefügt. In solchen Beispielen mag, wenn sie häufig gebraucht wurden, das Imperfektum all- mählich die Bedeutung der Vergangenheit verloren haben.

Nun ist meine These die(vgl. Dissertation und Geschichte des Irrealis Kap. 1), dass der Konjunktiv des Imperfekts im Altlatein seine präteritale Bedeutung auch im Bedingungssatze noch in grösserem Umfang erhalten hatte, was durch den ersten Abschnitt dieses Heftes neu bestätigt worden ist. Wenn wir nun in den irrealen Bedingungssätzen, die wir als solche der Gegenwart anzusehen pflegen, sehr häufig einen Zusatz wie iam, hodie gerade bei Plautus(und Terenz) finden, sollte dies nicht das Zeichen eben des UÜberganges aus der präteritalen in die präsentische Bedeutung sein? Man vergleiche Beispiele wie As. 676 nimis bellas atque amabilis: et si hoc meum esset, hodie num- quam me orures, quin darem; Ps. 1236 si graderere tantum Louantum] logquere, iam esses ad forum; Rud. 801 nune mi opportuna hic esset, Salva si foret; Pers. 45 dam pollicerer; Mil. 170 nunc videre mavellem; Merc. 734 dam non dicerem. Das auch später häufig vorkommende von aller Zeit gesagte numquam ist ebenfalls zu beachten: As. 860 pol ni istaec vera essent, numgquam faceret ea quae nunc facit.

In meiner Dissertation habe ich(Kap. I§ 1) 9 Plautus- stellen mit präteritalem Konj. des Impf. auf beiden Seiten(3) oder in der Apodosis nachgewiesen und dazu bemerkt, dass auch andere Beispiele die Vermutung erweckten, dass sie noch präterital gedacht seien. Sollte die hier vorgebrachte Deutung der Partikeln iam, nunc richtig sein, so wäre erst recht die These bewiesen, die neuere, von Theorien ausgehende Grammatiker glauben bestreiten zu können, dass das Altlatein von dem Klassischen sich wesentlich im Gebrauch der Bedingungssätze unterscheidet, dass insbesondere der Konjunktiv des Präsens damals noch in weitem Umfang zum Ausdruck der Nichtwirklichkeit in der Gegenwart verwendet wurde(s. o. 1. Teil), während der Konjunktiv des Imperfekts zur Bezeichnung der Irrealität in der Gegenwart zu Plautus' Zeiten erst in der Entwicklung begriffen war.