sonders von diesem Kapitel galt. Die Behauptung war ohnehin nicht neu, hatte sie doch H. Lieven in dem bekannten Rigaer Programm über die Consecutio temporum bei Cicero, das mir augenblicklich nicht zur Hand ist, ausgesprochen. Mittlerweile hat nun aber Methner sich in die Frage weiter vertieft und das Studium einer Anzahl von Schriften nachgeholt, ist aber, wie zu erwarten, bei seiner Theorie geblieben und hat in den Neuen Jahrbüchern für das klass. Altertum 1905 S. 75 ff. und S. 129 ff. sie besser zu begründen gesucht.
Sehr eingehend kann das Studium insbesondere des Plautus und der an ihn anknüpfenden Litteratur allerdings nicht gewesen sein, sonst würde er nicht S. 87 plautinisches Latein, das ich irgendwo ohne Nennung des Autors verwandt habe, für mein Eigentum angesehen und mit den Worten korrigiert haben:„nicht pollicear, wie es bei Blase heisst.“ Denn für pollicear oder pollicerer kann ich auf mehrere Stellen des Plautus verweisen, vgl. Bacch. 635 si mihi sit, pollicear u. Ep. 331 und Pers. 45 si id domi esset mihi, iam pollicerer.
Indessen auf Einzelheiten will ich mich hier nicht ein- lassen, da später sich wohl noch einmal Gelegenheit findet, die Frage des Irrealis von neuem zu behandeln und die Haupt- ergebnisse meiner Dissertation und meiner Geschichte des Irrealis, die mir in keinem wesentlichen Punkte erschüttert zu sein scheinen, zu verteidigen. Nur auf das erste der vom Ver- fasser ins Feld geführten Beispiele möchte ich zur Charakteri- sierung seiner Methode etwas näher eingehen. Es ist dies Cic. Catil. 1, 17, welches S. 75 in der Form servi mei me metuerent zitiert, und von welchem behauptet wird, der Schüler sehe hier Mögliches durch den sogenannten coni. irrealis ausgedrückt. Aber auf S. 78 schon wird die Stelle vollständig, nur mit Auslassung von mehercule, zitiert. Sie lautet: servi mehercule si me isto pacto metuerent, ut te metuunt omnes eives tui, domum meam relinguendam putarem. Dazu gibt Methner die Erläuterung:„Uebersetzt wird dieser Satz: wenn meine Sklaven vor mir solche Furcht hätten usw., d. h. also, man nimmt hier einen Irrealis an und zwar nach der üblichen Auffassung
einen Irrealis der Gegenwart. Sollte nun wirklich Cicero hier 4


