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Optativ zurückgeht, der lateinische Irreal aber eine auf lateinischem Boden neugeschaffene Weiterbildung des alten Konjunktivs ist.“ Soweit Dittmar.
Den letzten Satz braucht man nicht seinem ganzen Inhalt nach zu bestreiten, doch vermisse ich den Zusammenhang mit der vorausgehenden Polemik. Bevor ich auf diese eingehe, muss ich kurz Dittmars Anschauung vom Wesen des Potential und Irreal berühren, die er a. a. O. Sp. 1003 an die Stelle der landläufigen setzen möchte,„dass der Optativ neben dem Wunsch die Mög- lichkeit ausdrücke, während der Irreal mit der Möglichkeit über- haupt nichts zu tun habe.“ Dittmar kehrt den Satz frischweg um. Beim Irrealis handele es sich immer um naheliegende, in den Augen des Sprechers leicht zu verwirklichende Möglich- keiten, z. B.„wenn ich nur eine Minute später gekommen wäre (und dies hätte sehr leicht eintreten können), so wäre der Zug unfehlbar weg gewesen“; beim Potentialis immer um fernliegende Möglichkeiten, die eigentlich schon gar keine Möglichkeiten mehr sind, z. B.,„Wenn ich einmal der Herrgott wär(und es ist allerdings nicht anzunehmen, dass jemals dieser Fall ein- treten wird), mein erstes wäre das“.
Wie falsch diese Anschauung ist, wird sich am ehesten ergeben, wenn ich einige Parallelstellen aus Plautus hierher setze, in welcher derselbe Gedanke im Bedingungssatze das einemal durch den Konj. Präs., das andere Mal durch den Konj. Impf. wiedergegeben wird. Nach Dittmar wäre also Pseud. 640 si intus esset, evocarem naheliegende Möglichkeit, dagegen As. 392 Demaenetum volebam si sit domi, dicam tibi fernliegende Möglich- keit anzunehmen, und der gleiche Gegensatz bestände zwischen Persa 45 si id domi esset mihi, iam pollicerer und Ep. 331 sd hercle habeam, pollicear lubens. Beidemal handelt es sich um Geld. Dass also der landläufigen Anschauung vom Wesen des Potential durch diese neue Hypothese der Boden entzogen sei, werden wir Dittmar nicht zugeben können.
Sehen wir nun zu, wie es sich mit jener Ansicht Dittmars verhält, die Behauptung, Plautus habe an vielen Stellen den Potential, wo Cicero den Irreal angewendet haben würde, sei eine Verlegenheitsbehauptung. Nachdem schon Rothheimer S. 36 ff.


