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noch nicht vollstän dig durchgeführt, sondern war teilweise auf der ersten Stufe stehen geblieben, auf welcher die Annahme der Wirklichkeit der Bedingung durch den Indikativ, der Nicht- wirklichkeit, gleichviel ob die Verwirklichung als möglich oder nicht möglich gedacht war, durch den Kon- junktiv des betreffenden Tempus ausgedrückt wurde.“ Meine auf der Vergleichung des Altlateins mit dem Sprachgebrauch Ciceros beruhende These war, es lasse sich noch deutlich eine wichtige Veränderung des Sprachgebrauchs von Plautus bis auf Ciceros Zeit erkennen, darin bestehend, dass der Konj. Impf. im Be- dingungssatze die ursprüngliche präteritale Bedeutung im Alt- latein noch in weit stärkerem Umfange zeige als im klassischen Latein, und dass im Altlatein zwar auch schon der Konj. Impf. aber in weiterem Umfange noch der Konj. Präs. die Funktion eines Irrealis der Gegenwart versehe, die im klassischen Latein ausschliesslich, oder fast ausschliesslich dem Konj. Impf. zu- gefallen sei. In meiner Geschichte des Irrealis im Lateinischen, Erlangen 1888, habe ich diese These weiter begründet und aus- gebaut, und die dort gewonnenen Ergebnisse sind dann in kurzem Auszug von Schmalz in die 2.(§ 297) und 3. Auflage(§ 338) seiner historischen Syntax übernommen worden und gelten den meisten Forschern als gesichert. Damit dieser Zusammenhang nicht etwa bestritten„wird, verweise ich auf Schmalz' Anzeige meiner Gesch. des Irrealis in der deutschen Litteraturzeitung 1890 Sp. 878 f., wo er sagt:„Blase hat zuerst in seiner Disser- tation und dann in der vorliegenden Abhandlung, schliesslich in dem Aufsatze„Zur Syntax der Bedingungssätze im Lateinischen“, Strassburg 1889, zuverlässige Resultate für das höchst schwierige Gebiet der condicionalen Sätze geliefert und so eine bessere Dar- stellung derselben ermöglicht.“
Dittmar dagegen steht auf einem ganz verschiedenen Stand- punkte. Er hat die Hypothese von dem„souveränen“ Indikativ, dem„polemischen“ Konjunktiv und dem„excitierenden“ Acc. c. inf. in seinen„Studien zur lateinischen Moduslehre“ aufgestellt und hält daran fest, obwohl ihm bisher, so viel ich sehe, niemand gefolgt ist. Für ihn gibt es keine Geschichte der lateinischen Tempora und Modi in unserem Sinne. Ihm ergab sich aus seiner


