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die 2. Person vertretene unbestimmte Subjekt durch ein Possessiv- pronomen fortgesetzt wird. Das geht schon aus der entgegen- gesetzteun Tatsache hervor, dass in den angeblich soviel un- bestimmteren konjunktivischen Sätzen das Pronomen Personale der 2. P. in irgend einer Form zugefügt, oder durch das Possessiv fortgesetzt wird, vgl. Plaut. Poen. 836 ibi tu videas litteratas fictiles epistulas; Publil. 427 nisi per te sapias, frustra sapien- tem audias; ib. 530 quicquid bono concedas, des partem tibi und 635 ubi sis cum kuis et bene sis, patriam non desideres.
Wem unsere Auffassung einleuchtet, der wird nun auch mit Misstrauen Lebretons Behauptung aufnehmen, nach welcher viele Beispiele des Konjunktivs unerklärlich sein müssten, wenn man seiner Theorie nicht folge. Er citiert als erstes Beispiel fin. 2,15 sit culpa eius, qui ita loquatur, ut non intellegatur, quod duobus modis sine reprehensione fit, si aut de industria facias, ut Heraclitus... aut cum rerum obscuritas, non ver- horum facit, ut non intellegatur oratio, qualis est in Timaeo Platonis. Ich sehe nicht ein, was im Wege stünde, diesen Kon- junktiv als einen Potentialis zu fassen, vergl. Tempora und Modi S. 142. Die Anschauung, die Lebretons Ausdruck zu Grunde liegt, der Konjunktiv werde hier regiert durch die Konjunktion (S. 350 oben), ist ja längst als veraltet erkannt.
2.
Wenn also die Madvig-Lebretonsche Ansicht von dem Wesen des Konjunktivs der allgemeinen 2. P. nicht standhält, so ist auch die Statistik Lebretons hinfällig, aus welcher diese Konjunktive entfernt sind. Die kleinen Unterschiede in meiner und Lebretons Statistik können den von mir gezogenen Schluss in keiner Weise alterieren. Das, was ich in jener Abhandlung zeigen wollte, dass Drägers Behauptung, Historische Syntax² § 549, die Belege für die Form si sit-sit seien überall zahlreich, und ib. S. 721, die Form si sit-erit scheine seit der klassischen Zeit immer mehr aus der Sprache zu ver- schwinden, unrichtig sind, bleibt unanfechtbar statistisch er- wiesen, und Lebretons Meinung S. 354, der Hauptfehler meiner Arbeit sei, dass ich in einer Statistik Beispiele der verschiedensten


