Aufsatz 
Studien und Kritiken zur lateinischen Syntax : 2. Teil
Entstehung
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fingierte Person bezeichnet, aber eine solche, die der Autor sich als sich gegenüberstehend und bestimmt vorstelle, während in den konjunktivischen Beispielen diese Person gänzlich unbestimmt sei. Im ersten Falle bleibe im Französischen das Pronomen der 2. P. als Subjekt, im 2. Falle werde es durch das indefinite Pronomenon ersetzt. Diese Unbestimmtheit sei gelegentlich so gross, dass die unbestimmte Person mit einem Possessivum der 3. Person abwechsele z. B. Cic. Q. fr. 1, 1, 38 moderari et animo et rationi, cum sis iratus, aut etiam tacere et tenere in sua poteslate motum animi et dolorem, etsi non est perfectae sapientiae, lamen est non medioeris ingenii; de or. 3,203 propo- sitio quid sis dicturus... et rogatio atque huic finitima quasi percontatio expositioque sententiae Suae. Also, schliesst er, sei Madvigs Theorie durch meine Einwendungen nicht erschüttert.

Diese Beweisführung erscheint mir in keiner Weise stich- haltig. Ob man diese lateinische allgemeine 2. Person durch das Personalpronomen oder durchon übersetzt, ist eine sehr subjektive Sache. Wenn das erstere in den von L. aus Cicero angeführten Beispielen notwendig ist, so liegt dies an der be- sonderen Art dieser Beispiele. Zwei sind unwillige Fragen, in welchen das ausdrücklich hinzugefügte, st ark betonte Pronomen tu natürlich nicht durch das unbestimmte und unbetonteon oderman wiedergegeben werden kann. Dies wäre aber eben- sowenig in unwilligen Fragen mit dem Konjunktiv möglich, wie Cic. Phil. 7,5 faveas tu hosti und in den folgenden Konjunktiven, wo ebenfalls eine fingierte allgemeine Person angeredet wird. In dem 3. Beispiel dom. 121 aber ist die allgemeine Person nur formell da, und jeder weiss, dass Clodius unter dem Gegner ge- meint ist, mit dem er vorher und nachher streitet. Darum passt auch nicht das allgemeineman. Dass aber Sätze wie Publil. 52 bis peccas etc., oder 241 inritare est calamitatem, cum te felicem vocas im Französischen nicht miton wiedergegeben werden dürften, das möchte ich trotz meiner geringen Kenntnis des Französischen in Frage stellen.

Dass die Grade der Unbestimmtheit des Subjekts verschieden sein können, leuchtet von vornherein ein, aber ein Beweis für

Lebretons Behauptung liegt keineswegs darin, dass das durch 1*