Aufsatz 
[Zur griechischen Grammatik] : über genike und dotike ptosis / [Georg] Blackert
Entstehung
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Was vom Raum gilt, daſſelbe gilt auch von der Zeit. Vilmar ſagt S. 34. ſeiner com⸗ mentatio: statuimus igitur internam temporis cum actione necessitudinem, ubi genitivo utimur, quem adverbialem vocamus. Den Ausdruck innere Verbindung habe ich für das Griechiſche durch natürliche Verbindung näher zu erklären geſucht; vielleicht wäre dieſe Bezeich⸗ nung auch für das alte Deutſche zu rechtfertigen. Doch iſt, wie ſich von ſelbſt verſteht, damit nicht gemeint, daß es Naturdinge ſein ſollen, welche der Grieche in den Genitiv ſetzt: denn es iſt begreiflich, daß man zu den Dingen in der Natur auch in ein mittelbares, ethiſches Verhältniß treten kann. Es bietet ſich aber der Genitiv bei dem, was man im engeren Sinne natürlich nennt, häufig dar, was ich ſehr begreiflich finde. So ſagt K. W. Krüger Syntar§. 47, 2.: Auf die Zeit übertragen ſteht der Genitiv vorzugsweiſe von natuͤrlichen Zeitabtheilungen, in deren Bereich die Handlung geſetzt wird. Ich würde die letzteren Wortein deren Bereich⸗ lieber entweder durch den genaueren Ausdruck Vilmars internam- necessitndinem, beſtimmen, oder ſtatt deſſen ſagen: der Genitiv ſteht bei natürlichen Zeitabtheilungen, als deren natürliches Produkt oder Reſultat die Handlung erſcheint. Von einem gut und zweckmäßig gebauten Hauſe heißt es bei Xenophon im Okonomikus 9, 4.: Kal duανrtilν d To?s ρ⁴ααοςα εέᷣνπεdeiwo aurf eeaoενα roı d S9ou Teir Texeiw od de eε‿‿ννρ eνεεανναἀι*αᷣ ουνμστααόσαασ IE Thy 0lelaν redeia drf bru d euα&mνᷣν ϑνασρσναρσκινσαφεαε, Gore eddnA,O Sllα, d Teεαιν νο lubv euds εoτ, roũ de S6 b e2αι. In der Anabaſis des Xenophon gibt es zahl⸗ reiche Beiſpiele, daß der Genitiv»varde die natürliche Veranlaſſung zu einer That z. B. zum Entweichen angibt. Ebenſo in der Stelle: Sägoei pupu rd ονλ‿˙ τ‿ delνυυνν, dvαe eves-

œαν ver de, u*&αemϊ Hαασετu.

Auch bei dem vorzugsweiſe ſ. g. abſoluten Genitiv wird der Hauptſatz dieſem an⸗ geeignet, d. h. in Bezug auf den Bereich deſſelben geſetzt. So heißt die Regel 4.) worin aber das genauere, beſtimmte Wortangeeignet⸗ durch farbloſere und trübere erklärt werden ſoll. Die Beiſpiele laſſen alle die Erklärung durchnatürliche, unmittelbare Verbindung⸗ zu: veros Jerdors korv daæden d. h. wo. iſt, da iſt natürlich auch ardnz ebenſo in folgenden Worten: S205 dàD6vos 0685 I0e ꝗcS6o, 2‿ν i d⁸öos 00y ic,er oyog: wenn ein Gott nichts gibt, ſo hilft natuͤrlich alle Arbeit nichts. Dieſer ſogenannte abſolute Genitiv erfordert keine beſondere Erläuterung. Von der Meinung, daß er urſprünglich die Zeit bezeichne, wird wohl alle Grammatik, wie billig, abgeſtanden ſein.