Aufsatz 
Der Rheinstrom : eine geographisch-historische Abhandlung / vom ... Dommerich
Entstehung
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A. Der Rhein bleibt nur 1 ½ M. weit ungetheilt. a) Oberhalb Arnheim ſpaltet er ſich wiederum in 2 Arme, wovon der rechte, kleinere, 30 Ruth. breite neue Yſſel oder Druſus Vaart, der linke, grö⸗ ßere, 60 Ruth. breite Rhein heißt. Die neue Bſſel geht nach Vereinigung mit der alten Yſſel unter dem Namen Yſſel nordwärts bei Kampen in die Zuider⸗See. Der Rhein geht weſtwärts nach Wyk by Duurſtade, wo er ſich b) von Neuem in 2 Arme theilt, von denen der linke, größere, Leck, der rechte, kleinere, krummer Rhein genannt wird. 1) Der letztere fließt in nordweſtlicher Richtung nach Utrecht, wo er ſich abermals theilt. α) In nördlicher Richtung geht die Vecht, die mit einem Arme in die Zuider⸗ S. nahe beim Pampus, mit dem andern, der Amſtel, bei Amſterdam in das Y fließt. Zu beiden Seiten liegen viele Seen. 9) Der alte Rhein mündet ſeit 1807 bei Katwyk op Rhyn in künſtlichem Bette, da das natürliche verſandet war, unter 22⁰° 2 40 O. L. u. 52° 12 30 N. Br. in die Nordſee. 2) Von dem durch die Bifluenz oberhalb Wyk by Duurſtade entſtehenden linken Arme, dem Leck, ſondert ſich bei Vianen die Yſſel ab. Die Zuider⸗S. iſt ein in der Hauptrichtung von S. nach N. ſich erſtreckender Meerbuſen, der in der Mitte zwiſchen Enkhuizen in N.⸗Holland u. Stavoren in Vriesland am ſchmalſten iſt. An ſeiner Mündung liegen die Inſeln Terel, Vlieland, ter Schelling u. Ameland. Das Fahrwaſſer aus der Zuider⸗See in die N.⸗See heißt bis zur Muͤndung unter 22° 50 O. L. u. 53⁰° 20 N. Br. zwiſchen Vlieland u. ter Schelling het lange Vliet,'t oude Vliet, oder't Vlie, Vlieſtrom. Sumpf⸗ u. Waſſervögel ſind in den Küſtengegenden überhaupt, beſonders aber auf Terel im N. deſſhalb auch das Eierland genannt in zahlloſer Menge vorhanden und bilden nebſt dem Fiſchfange Heringsfange die Hauptnahrung der Bewohner. B. Die Waal geht von Panderen nach Fort S. Andries, wo ſie etwa 14 M. vom Ausfluſſe ins Meer mit der Maas, die ſich ihr hier bis auf weniger als ¼ M. nähert, verbunden iſt, u. weiter nach Yorkum, wo ſie ſich gänzlich mit der Maas vereinigt. Dann geht die Waal in weſtlicher Richtung weiter u. theilt ſich zwiſchen Hardingsveld u Werkendam in die Weſtkill u. in die Merve(d. h. Waſſer, Fluß). a) Die Weſtkill bildet den 2 M. großen Biesboſch mit etwa 120 kleinen Werdern, heißt nachher Hollandsdiep, das ſich zwiſchen Buitenſluis u. Willemſtadt 1) in den ½¼ M. breiten Haringsvliet, der ſpäter Rivier Flakkee heißt u.½ M. breit bei Helle⸗ voetſluis ins Meer geht, und 2) in den ½¼ M. breiten linken Arm, der anfangs Volke Rak, dann Krammer Grevelingen u. ſ. w. genannt wird, mit der Ooſter Schelde in Verbindung ſteht u. über 1 M. breit bei Bruershafen unter 21° 30 O. L. u. 51° 45 N. Br. mündet. b) Die Merwe(Maas) ſteht oberhalb Dortrecht mit dem Biesboſch in Verbindung u. theilt ſich bei Dortrecht in 2 Arme, wovon 1) der linke den Namen alte Maas bekommt, mit dem Hollandsdiep wie mit dem Flakkee Haring in Verbindung ſteht, u. ſich dann mit der Maas vereinigt. 2) Der rechte Arm heißt Merve, nimmt bei Kampen den Leck, bei Kapelle die Yſſel, ſpäter die alte Maas auf, erhält nun den Namen Maas, theilt ſich noch einmal, vereinigt ſich wieder u. mündet unterhalb Brielle unter 21° 46 O. L. u. 51° 57 N. Br. in die N.⸗See.

Durch die vielen Flußarme entſtehen eine Menge Werder. Der bedeutendſte iſt das von Waal und Rhein umſchloſſene Land, die Betuwe oder Bat⸗Au, d. h. beſſere, fruchtbarere Au, im Gegenſatz gegen die am rechten Ufer liegende Valuwe, d. h. fahle, unfruchtbare Au. Die Entfernung zwiſchen der erſten Rheinſpaltung bei Pandern u. der weſſtlichſten Spitze der Inſel v. Voorne beträgt etwa 2 Längengrade oder 19 M.

Geſchichtliche Bemerkungen.

1) Die Zeit, in welcher ſich zuerſt die Waal vom Rhein trennte, iſt unbekannt; aber jedenfalls iſt

die Trennung uralt. Cäſar fand ſie ſchon. Auch iſt ſie wol eine natürliche, nicht eine durch Menſchen⸗ 3 2,