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hand gebildete.— Der erſte Trennungspunkt war nicht immer an derſelben Stelle, wo er ſich jetzt befin⸗ det. Nach v. Hoff fangen ſchon oberhalb Rees in der preuß. Rheinprovinz die ältern u. neuern Spaltun⸗ gen des Rheins an. Am linken Ufer zieht ein Flußbett, der alte Rhein, über Calcar, Cleve, Grothau⸗ ſen bis Schenkenſchanz. Am rechten Ufer iſt der von Rees über Bienen ſich abſondernde Arm vom Strome verlaſſen, ebenſo wie der von Emmerich über Elten gehende.— v. Hoff ſagt(in Geſch. d. natürl. Veränder. d. Erdoberfl. 1. Th. S. 320) bei der Schenkenſchanze unterhalb Grothauſen ſei der Punkt, wo ſich in den älteſten Zeiten, von welchen uns Nachrichten geblieben ſind, die Waal vom Rheine abſonderte.— Ukert dagegen(Gallien S. 160) behauptet, der Trennungspunkt müſſe etwas weiter ſtromaufwärts geweſen ſein, da das Chron. Regin. an. 883 aungebe: Gotbefridus illis obviam procedit ad locum Herispich, in quo Rheni fluenta et Wal uno se alveo resolvunt, et ad invicem longius recedentes, Batuam provinciam suo gurgite cingunt(Mon. Germ. ed. Pertz. t. 1. p. 593), Herispich ſei aber wol das jetzige Spyk auf dem rechten Rheinufer.— Der Trennungspunkt war 1701 noch bei Schenkenſchanz, die damals auf einer Inſel lag. 1701 wurde von Panderen der pandernſche Canal aus der Waal in den Rhein unweit der Schenkenſchanze geführt. Durch den ſchnellen u. ſtarken Strom erweiterte ſich aber das Bett des Canals ſchnell u. bedeutend, weil der ſchnelle Strom den kürzern Weg ſuchte. Dies hatte zur Folge, daß ſowol das Bett des Rheins— jetzt alter Rhein genannt— rechts von der Schenkenſchanze, als auch das der Waal, links von derſelben, vertrocknete.— Die Schenkenſchanze liegt etwa ¾ M. öſtlich von Panderen, ſo daß alſo bis 1701 die Entfernung von der erſten Bifurcation bis zur weſtlichſten Spitze der Inſel v. Voorne faſt 20 M. betrug.— Auch die folgenden Spaltungen haben ſich im Laufe der Zeit durch Natur und Menſchenhand vielfach geändert, wie überhaupt das ganze Rheindelta vielfache Veränderungen erfah⸗ ren hat. Einige derſelben mögen hier noch erwähnt werden.
2) Nach v. Hoff(Teutſchl. S. 201) iſt zwiſchen Dortrecht u. Workum die Gegend, wo durch Wirkung wiederholter Fluthen— denn Ebbe und Fluth dringt bis hierher— 1421 der große Durchbruch der Damme erfolgte, der das Bergſe Veld überſchwemmte, zerſtörte u. die ſeeartige Waſſermaſſe des Biesboſch hervor⸗ brachte. Ein kleiner Theil iſt wieder trocken gelegt.
3) Ortel nennt in den Anm. zu Cluver. introd. in univ. geogr. die Merwe fossa Merovaei u. behaup⸗ tet, der König Meroväus habe ſie angelegt.
4) Auch wird behauptet, der Leck ſei ein von Lothar II., dem Sohne K. Lothar's I., 860 angelegter Canal.
5) Die Zuider⸗S., früher ein Landſee, iſt erſt im 13. Jahrh.(von 1219— 1292) durch wiederholte Stüͤrme u. Fluthen zu einem Meerbuſen geworden. Er iſt ſo ſeicht u. hat ſo viele Untiefen, daß, um die den Schiffen dadurch drohenden Gefahren zu vermeiden, der nordholl. Canal gegraben iſt. Der frühere Landſee reichte wahrſcheinlich bis an die Enge zwiſchen Enkhuizen u. Stavoren. Nördlich von dieſer Enge war zuerſt feſtes, aber tief liegendes Land, durch welches der Abfluß des Sees zum Meere ſtrömte, etwa zwiſchen Vlieland u. ter Schelling, jetzt Vlie, fruͤher Flevus genannt. Später riß das Meer Land ab u. es entſtanden Meerarme u. Inſeln, bis endlich das Land bis auf einige Inſeln ganz verſchwand u. der frühere See zum Meerbuſen wurde.
6) Die gänzliche Vereinigung der Maas mit der Waal war früher— wahrſcheinlich bis 1421— bei Fort S. Andries. Durch die großen Ueberſchwemmungen 1421 hat der Lauf der Maas überhaupt viel⸗ fache Veränderungen erfahren.(Handb. d. alt. Erdbeſchr. Zum Gebr. der 11 gr. Danvill. Kart. 1. Th. S. 102.)


