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7.(11) Seneca ſagt: der Rhein bildet die Gränze Germanien’'s gegen das Römerreich. Er hat einen reißend ſchnellen Lauf, nicht bloß, wenn er ſeine Ufer überſchwemmt, ſondern auch in ſeinem Strom⸗ bett. Er iſt groß, breit u. tief u. beſtändig ſchiffbar. Er iſt nicht bloß zur Zeit der Schneeſchmelze im Frühjahr u. im Anfange des Sommers groß, ſondern auch im Sommer.(Quaest. nat. lib. I, praef. Rhe- nus Germaniae modum faciat.— lib. VI, c. 7: Alieubi perpetui amnes, quorum navigabilis etiam sine adjutorio imbrium magnitudo est. Hine Nilus—. Hine qui medius inter pacata et hostilia fluit, Da- nubius ac Rhenus, alter—— alter Germanos, avidam gentem belli, repellens.— lib. III. c. 27: Quid tu esse Rhodanum, quid putas Rhenum atque Danubium, quibus torrens etiam in canali suo cursus est, cum superfusi novas sibi fecere ripas, ac scissa humo simul excessere alveo? Quanta cum prae- cipitatione volvuntur, ubi per campestria fluens Rhenus, ne spatio quidem languidus, sed latissime velut per angustum aquas implet?— lib. IV, c. 2: Atqui horum montiam flumina, vere et prima aestate intumescant, deinde hibernis minora sunt. Quippe vernis temporibus imbres nivem diluunt: reliquias ejus primus ealor dissipat. Nec Rhenus, nee Rhodanus, nee Ister— subjacent malo: aestate proveniunt. Altissimae sunt et in illis septentrionalibus jugis nives.)
8.(12) Lucan nennt den Rhein einen arktoiſchen Strom(Phars. I, V. 482:
inter Rhenum populos(sc. Gallos) Alpesque jacentes Finibus Aretois) und II, 510 heißt es: gelidus Rhenus.— Durch den Bären wird die kalte Zone bezeichnet, die nach Eu⸗ dorus mit dem 54⁰ beginnt. Man verſetzte die Länder zu weit nach N. und glaubte deſſhalb, daß ſie ein rauheres Klima hätten, als ſie wirklich haben. Nach Strabo werden ſchon diejenigen, die am 45°, d. i. nach der Anſicht der Alten am Polarkreiſe wohnen, als unter dem Pol u. dem Bären von Kälte leidend betrachtet.
9.(13) Plinius läßt den Rhein auf den Alpen entſpringen(hist. nat. III, 24), an der Gränze Gallien's u. zugleich des röm. Reichs hinſtrömen(hist. nat. IV;, 51: Galliarum inter Rhenum et Pyre- naeum—— longitudinem— computavit[sc. Agrippa]. XI, 45: extremaque in margine imperii, qua Rhenus alluit) u. in das nördliche Meer münden(ſiehe§. 4). Daraus darf man ſchließen, daß Plinius annahm, der Rhein ſtröme von S. nach N.— Von den Stufenländern des Rheines hat er folgende An⸗ gaben: der Rhein ſtrömt anfangs auf den Alpen(III, 24). Plinius erwähnt auch den Bodenſee(IX, 29: inter Alpes quoque lacus Raetiae Brigantinus), gibt aber nicht an, daß der Rhein ihn bilde.— Auch kennt er das Abnoba⸗Gebirge d. h. den Schwarzwald(IV, 24: Ortus hie[se. Danubius] in Germaniae jugis montis Abnobae, ex adverso Raurici Galliae oppidi). Da Plinius dasſelbe der Stadt Rauricum am Rhein gegenüber liegen läßt, ſo darf man wol ſchließen, er wußte, daß am Fuße desſelben der Rhein fließe. Plinius führt ferner den hercyniſchen Wald an(XVI, 2: Hereynia silva. IV, 23: Hereynius sal- tus. IV, 28: Hereynium jagum), ohne weitere Angabe über die Annäherung an den Rhein. Wahrſchein⸗ lich begriff er unter Hereynia s. alle Gebirge Dentſchlands, wenigſtens läßt er denſelben ſich ſehr weit nach N. erſtrecken; denn(XVI, 2 u. X, 67) indem er von den Kauchen ſpricht, ſagt er: in eadem se- ptentrionali plaga fereyniae silvae roborum vastitas intacta). Wir dürfen alſo wol annehmen, daß er den Rhein am Fuße des hercyniſchen Waldes fließen läßt.— Von den weſtrheiniſchen Hochländern erwähnt Plinius(hist. nat. 16, 76) den Jura u. die Vogeſen.
10.(14) Joſephus ſagt: Gallien ſei auf allen Seiten geſichert, im O. durch die Alpen, im N. durch den Rhein, im S. durch die Pyrenäen, im W. durch den Ocean. Er mußte alſo denken, der Rhein


