— 17—
Dienerinnen nennen will 1). Doch Odysseus weist für den Augenblick ihr Anerbieten zurück ²). Auf 386— 394 folgten 467— 474
u⁴ν Odpogeug doHuio qJ—ið⁴νo rezoc, worauf sie der Held, aus Furcht, verrathen zu werden, gar nicht ausreden liess:
479 Aετι OdooPeuνς 480 Zeig' riuᷣodνμᷣς ovpos Aäße dekerep—pe rn,
so dass aus 474 und 479 ein Vers entsteht. Echt sind dann noch 481— 486, an welche sich 503 ff. anschlossen.
Wenn Penelope im Folgenden es betont, dass sie die Arbeiten ihrer Dienerinnen und zwar aller überwache ³), so widerstreitet dies der Erzählung von deren Untreue ⁴), und wir haben es mit einer echten Stelle zu thun; wenn sie aber in 525— 529 und 530— 534 auf die Geschenke der Freier, auf ihre eigene Unentschlossenheit bezüglich deren Anträge, auf das Erwachsensein ihres Sohnes und dessen Wunsch, dass sie sein Haus verlassen möge, also auf die Attribute des zweiten Motives hinweist, so ist das mit einem Gleichnisse eingeleitete Einschiebsel 518— 534, wie Düntzer bemerkt hat ⁵), zu entfernen und auf Rechnung des zweiten Motives zu schreiben.
Klar und deutlich tritt alsdann die älteste Fassung des Gedichtes zu Tage. Wie zwanzig dänse Penelope im Traume erschienen, die ein einziger Adler aus dem Gebirge ver- nichtete, so wird Odysseus allein die zwanzig Freier tödten ⁶). Diese Stelle stimmt mit dem Berichte in Aristoteles Poetik völlig überein 7). Nur Vers 558= XVII 547 ist wegen der vielen Freier hinzugesetzt und nicht einmal mit Glück, weil ja Phemios und Medon gerettet werden 8); endlich finden sich in 4 Handschriften zum Beweise des später erfolgten Zusatzes noch zwei Verse:
uσνσπσνQc mÜ0⁷ü ud Aœꝓτ ³αυπνπνανιεευν 0d oc Avεeες uᷣpigovres drdεανα π ααχdννονπdt.
Gleichwohl glaubt die Königin nicht an Erfüllung ihres Traumes und will endlich die Entscheidung ihres Geschickes durch einen Wettkampf im Bogenschiessen herbeiführen ²). Ihr Gemahl befestigt sie in diesem Entschlusse und erklärt, dass bis dahin Odysseus selbst erscheinen werde ¹⁰o). Mit 597 schloss die Rede Penelopes, da der in 598 f. ausgesprochene Gedanke aus 594 f. mit Hülfe von III, 365 wiederholt, und des Befehles an die Dienerinnen gedacht ist 11). Auf 559— 597 folgten als Schluss 600— 604.—
Da nach der Erzählung des 20. Buches Eurynome die Weisung Penelopes bezüglich des Nacht- lagers des Bettlers befolgt ¹¹), und die Mägde, al uοσπννρασ εμιιννααονπαο παος τeg, sich aus dem Hause zu ihren Buhlen schleichen ¹²), worüber Odysseus unwillig ist, so sind auch hier Attribute des zweiten Motives, speziell der Erkennungsscene, verwendet. Dem Bettler, welchem es angesichts der grossen Zahl der Freier etwas ängstlich zu Muthe wird, erscheint Athene und verheisst ihm ihren Beistand 1¹³). Dagegen sind die Verse 41— 43, welche von der Rache der Anverwandten der Freier handeln, späterer Zusatz, weil sie von Athene nicht berücksichtigt werden. Wir werden seiner Zeit zeigen, was der Nachdichter mit ihnen be- zweckte, da ihm eine Reihe von interpolirten Stellen angehört. Demnach sind 1—3 hier ursprünglich und 4— 55 zu entfernen.
Endlich schläft der göttliche Dulder ein; Penelope erwacht und beweint den Verlust des geliebten
¹) 487 ff., 495 fl. ²) 500 ff. ³) 512 ff. ⁴) Vergl. XVIII, 310 ff. ⁵) Düntzer zu XIX, 533. ⁶) 535— 550. ²) Vergl. Poet. cap. XVII, Aναemσα z⁊ye*rde nro Kuenoe uντd dν ειιm, 1008 d*εει⁵οοοα ϑεέρςνεεοεν ³) XXII, 330— 380. ⁹) 559— 581. ¹⁰) 583 ff. ¹¹) Vergl. XIX, 317 ff., 598 f. ¹) XX, 6 f. ¹³⁸) 23 ff.
3


