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ihm die 20 Freier tödtete und mit Mentors und andrer Ithakesier Hülfe dem feindlich gesinnten Theile derselben eine Schlacht lieferte, die zu Odysseus Gunsten entschieden wurde. Es standen also alle drei Gedichte in entschiedenem Gegensatze zu einander. Stücke aus dem Anfange der Telemachie wurden bei der Einfügung in die Odyssee benutzt, die Reise nach Kreta in die nach Sparta geändert, weil in der Odyssee der Held selbst seine Irrfahrten erzählte, der Schluss war gar nicht zu gebrauchen.
Mit der Erscheinung Athenes zu Anfang des 15. Buches treten alle diese Attribute der Telemachie vor denen des zweiten Motives in den Hintergrund. Der früher ¹) gegen Penelopes Treue erregte Verdacht wird hier dem Sohne gegenüber unumwunden ausgesprochen, Vater und Brüder heissen sie den Eurymachus heirathen, da er von allen Freiern die meisten Geschenke macht; Telemach selbst endlich wird vor dem Hinterhalte der Freier gewarnt und auf die Nothwendigkeit eines Hausverwalters aufmerksam gemacht ²). Die Schroffheit solcher Gegensätze, wie sie zwischen diesen drei verschiedenen Gedichten bestanden, suchte man zu mildern. Statt der zwei Adler(II, 146 ff.) erscheint von nun an mit Rücksicht auf XIX, 535 ff. stets nur ein Vogel, so XV, 160 ff. ³) und 525 ff., während die Attribute des zweiten Motives schon im 13. Buche geltend gemacht werden. Auch der Parallelismus, der zwischen der Rückkehr des Telemach und dem Aufenthalte des Odysseus bei Eumäus besteht, trägt zur Milderung jener Gegensätze bei. Was Odysseus und Eumäus am zweiten Tage gethan, wird gar nicht erzählt, dieser Tag vielmehr durch die Erzählung der Rückreise Telemachs ausgefüllt ⁴); erst von der Abendunterhaltung beider Männer hören wir wieder 5). Eumäus sucht den Bettler von dem Gange nach der Stadt abzuhalten, der damit prahlt, dass er von Hermes unterrichtet, jeglichen Dienst den Freiern leisten wolle ⁶). Indessen belehrt ihn jener bezüglich dieses Punktes eines besseren, da im Hause des Odysseus junge und hübsche Diener weilen, die das Nöthige besorgen 7). Obgleich nun der Einfüger der Telemachie sein Möglichstes gethan und eine grosse Anzahl Diener und Dienerinnen von vorneherein eingeführt hat s), so widersprechen doch sowohl diese Stelle als auch XVI, 249 ff., wo im ganzen nur acht Diener und ein Herold genannt werden, der Darstellung in XX, 523 ff., woselbst die drei Hirten Eumäus, Philötius und Melanthius als die einzigen Diener erscheinen.
Eumäus erwähnt im Folgenden den gewaltsamen Tod der Antiklea und gedenkt der Schwester des Odysseus, Ktimene, welche mit Eurylochus aus Same verheirathet gewesen sein soll 9). Sie war nach 364 nicht einmal die einzige Schwester des Helden ¹⁰), der nach XVI, 118 ff. das einzige Kind des Laertes, wie Telemach das des Odysseus ist, womit XVIII, 267 ff. stimmt. Wie die Einfügung dieser Scene, 301— 494, er- möglicht wurde, ist schon früher dargethan worden 11). Mit Tagesanbruch landet Telemach in Ithaka, er verspricht seinen Reisegefährten, am Abende heimkehren und ihnen am folgenden Morgen ihre Reisegebühr entrichten zu wollen ¹²). Allerdings gibt ihm Athene den Befehl, erst am anderen Tage heimzukehren 13), und beide Stellen widersprechen sich, wie Düntzer, der 505— 507 desshalb tilgen will, richtig gesehen hat. Aber ebensowenig, wie wir im 13. Buche eine Entscheidung über die Priorität der einzelnen Stellen wagen konnten, weil die Person Athenes zur Einfügung der Telemachie als solcher benutzt ist ¹4), ebenso- wenig dürfen wir voreilig über XV, 1— 42 zumal bezüglich der Schlussverse aburtheilen. Nur die Gegen- überstellung der Widersprüche und die stete Rücksichtnahme auf das doppelte Motiv wird uns einen sicheren Rückschluss auf die Weisungen Athenes machen lassen. Dagegen müssen 508— 557 von einem anderen Verfasser sein, da der Einfüger der Telemachie nichts von einer Lanze des Telemach weiss ¹⁵), und es wunderbar
¹) XI, 440 ff., 454 ff., XIII, 335 ff. ²) XV, 24 fl, vergl. dagegen II, 224 ff. 3) In der vom Einfüger der Telemachie eingeschobenen Stelle 147— 183. ⁴) XV, 1— 300. ³) XV, 301— 494. ⁴) XV, 318 ff. ³) XV, 330 ff. ⁸) Er spricht I, 109 ff. von zSiοuννες εα ιτ 9⁸⁴α᷑m|ο⁶ντεςσ 136 ff. nennt er dιιο⁴οσο, uεi dατ⁄οαςε,*νον⁸, 146 ff. eiuxνεs, dεαιαα³, ²2νοοοα⁷ ⁹) X, 441. Vergl. Schol. Eustath. 1664, 32 ff.; Schol. XV, 363, Eustath. 1784, 28 ff. ¹) Vergl. Schol. zur Stelle. ¹¹) Progr. von 1874, S. 25. ¹²) XV, 503 fl. ¹³) XV, 40 ff. ¹¹) Progr. von 1874, S. 14 ff. ¹3) XV, 550 ff.


