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Und dass der Enkel wenigstens etwas davon geerbt hatte, geht zur genüge aus seinem Benehmen gegen Athene hervor ¹), die ihrem Schützlinge nach dieser Seite hin ein keineswegs beneidenswerthes Zeugnis ausstellt ²).
Die folgende Scene 457— 533, worin sich Odysseus in listiger Weise eine Decke für die Nacht zu verschaffen sucht, ist zwar ganz in diesem Geiste gehalten, muss aber entschieden als späterer Einschub betrachtet werden. Die Speisen sind abgetragen, und die Hirten eilen nach 455 zur Nachtruhe ³). Da versucht der Herr den Diener, ob er ihm seinen eigenen Mantel oder auch den eines Gefährten geben werde. Odysseus besitzt aber nach XIII, 434 ff. ein schlechtes Kleid, ein Ueberkleid und ein Hirschfell; er schläft im Gemache nahe beim Feuer und neben ihm des Eumäus Genossen ⁴), die nach 455 f. ihr Nachtlager anderswo aufgesucht haben mussten, und dennoch bittet er um einen Mantel, während er später auf einer Ochsenhaut und Schaffellen ruht 5). Da Eumäus erst jetzt hinauseilt, um in einer Grotte, vielleicht der des Koraxfelsens zu übernachten 6) so sind die Eber daselbst bis zu diesem Zeitpunkte ohne Aufsicht geblieben, wie dies auch aus XV, 395 ff. hervorgeht, wo die Gefährten erst spät aufgefordert werden, draussen zu schlafen. Dagegen werden nach 410 ff. alle Schweine, die den Tag über sich auf der Weide befanden ⁷), nach der Wohnung des Eumäus getrieben ⁵), und die Ställe für Mutterschweine befinden sich nach 13— 19 innerhalb, für Eber ausserhalb des Hofes, was aber nach der Analogie von IV, 678 so zu verstehen ist, dass deren Koben an die äussere Hofmauer angebaut waren. Erst der Verfasser dieses Einschubs hat sich jenes éærog so zurecht gelegt, um daraus jenen von der Wohnung des Eumäus entfernten Aufenthaltsort der Eber zu machen.—
Fassen wir das der von uns eruirten Telemachie ⁹) zu Grunde liegende Motiv in seinen Attributen zusammen, so stand in diesem Gedichte die Person Telemachs im Vordergrunde. Odysseus ist todt 1¹0), Telemach erwachsen 1¹) und wenn er auch nicht die Königswürde retten kann, so will er wenigstens Herr in seinem Hause und über seine Sclaven bleiben ¹²). Die Freier sind aus Ithaka 13), sie prassen in seinem Hause, um Penelope zur Heirath zu zwingen ¹⁴); der Sohn weigert sich aus Pietät und wegen des an Ikarios zu zahlenden Bussgeldes, seine Mutter zu verjagen 1¹⁵), ist aber allein zu schwach, sich zu helfen ¹⁶). Daher beruft er eine Volksversammlung, während welcher zwei Adler erscheinen, die nach der Deutung des Sehers Halitherses den Freiern und vielen Ithakesiern den Untergang ankündigen 17). Der Zweck, die FPreier zu vertreiben, wird in der Volksversammlung nicht erreicht, und nun will Telemach im Auslande Hülfe suchen 18), über welches Vorhaben die Freier spotten ¹⁹),. Das Gedicht erzählte also weder von einer Vielheit von Freiern, noch von deren Geschenken, noch von der Untreue der Dienerinnen, die selbst in den Zuthaten des Ein- fügers noch unbekannt ist 2⁰), war also von jenem, das auf der Grundlage des zweiten Motives aufgebaut ist, völlig verschieden. Mit dem Gedichte des ersten Motives hat es das gemein, dass es sich auch in der Telemachie um die Königswürde handelt, welche mit der Hand Penelopes erlangt werden kann, da Odysseus für todt gilt. Aber in ihm tritt die Person des erwachsenen und selbständig handelnden Telemach in den Vordergrund, es sind zwei Männer, Odysseus und Telemach, die entsprechend den zwei Adlern den 20 Freiern und vielen Ithakesiern den Unter- gang bringen, in der Ausführung des ersten Motives ist es Odysseus allein, der die 20 Freier tödtet ²¹). Die Telemachie war also ein selbständiges Gedicht zur Verherrlichung des Sohnes, der nach Pylos und Kreta ²²) fuhr, dort Näheres über seinen Vater hörte, mit diesem bei Eumäus zusammentraf und in Gemeinschaft mit
¹) XIII, 250 ff. ²) XIII, 291 ff. ³) Düntzer übersetzt freilich„wollten eilen“. ⁴) 523 ff. 5) XX, ‚2 ff., 95 ff. ³) XIII, 408. ⁷) XIV, 25, XVI, 3. ³) 410 ff. ⁹) Vergl. Progr. von 1874, S. 25. ¹⁰) I, 354, 396, II, 46, 182, III, 88 ff., 92 fl. IV, 322 fl. u) I. 367 fl., II, 314 ff.*²¹) I, 386 f., 388 fl., 400 fl. ¹) II, 50 ff. 1¹) II, 50 fl., 91 ff., 113 ff. 127 ff., 194 ff. ¹³) II, 130 ff. ¹⁰⁶) II, 50 ff. ¹*) II, 46 ff., 161 ff. ¹8) II, 212 ff., 253 ff., 306 ff., vergl. II, 316 ff. III, 205 fl. 216 fl. w) II, 325 f, 331 fl. ²e) IV, 719 f, vergl. XVII, 33 fl. XXI, 234 fl. ¹) Vergl. XIX, 588 Hr u. die späteren Stellen XV, 160 ff. und 525 ff. ²²) Siehe Progr. von 1874, S. 5 u. 27.


