Aufsatz 
Nonnulla ad Lucretii de omnis infinitate doctrinam / Bindseil
Entstehung
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schliesst sich deran die Wochen-Censur, bei welcher jeder Ordinarius befugt ist, sich über seine Klasse im Ganzen oder Einzelnen auszusprechen; am Montag thut der Director, nachdem er mittler- weile sämmtliche Klassenbücher eingesehen hat, in Bezug auf die ganze Schule dasselbe.

2. Deutsch.

Ziel. Der abgehende Tertianer soll grammatische Sicherheit haben im Gebrauch der Mutter- sprache nebst angemessener Fertigkeit in correcter und schriftlicher Anwendung derselben nach den Anforderungen des gemeinen Lebens. Der Abiturient muss im Stande sein, ein in seinem Gesichts- kreise liegendes Thema mit eigenem Urtheil in logischer Ordnung und in correcter und gebildeter Sprache zu bearbeiten. Ebenso soll der mündliche Ausdruck einige Sicherheit in präciser, zusammen- hängender und folgerichtiger Rede erkennen lassen. Auf dem Gebiete der deutschen Literaturgeschichte muss der Abiturient mit den wichtigsten Epochen ihres Entwickelungsganges und mit einigen Haupt- werken aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch eigene Lectüre bekannt und davon Rechenschaft zu geben im Stande sein.

VIII. Elementare Leseübungen bis zum zusammenhängenden Lesen deutscher und lateinischer Schrift; Deklamation kleiner Gedichte; Denk- und Sprechübungen über allerlei Gegenstände, die im Bereiche der kindlichen Beobachtung liegen.

VII. Geläufiges Lesen von Erzäühlungen, Fabeln, Märchen, Sagen, Legenden und geschichtlichen Charakterzügen, 2 St. Deklamation ausgewählter Gedichte, 1 St. Orthographische Uebungen, Ab- schriften, Dictate, wöchentlich ein Extemporale, 2 St. Grammatische Uebungen(Laute, Buchstaben, Wortarten, Wortbiegung) nach Hermes Unterstufe, 3 St.

VI. Lesen und Nacherzühlen des Gelesenen in Verbindung mit grammatischen Uebungen(Kennt- niss der Redetheile, Flexion, Lehre vom einfachen Satze) und mit orthographischen Dictaten; wöchentlich ein Extemporale, 2 St. Deklamation, 1 St.

V. Lehre vom einfachen erweiterten Satze mit praktischen Uebungen im Anschluss an das Lese- buch; orthographische und Interpunktionsübungen; 4wöchentlich ein Aufsatz, 2wöchentlich ein orthogra- phisches Extemporale, 2 St. Deklamation, 1 St.

IV. Grammatik vom zusammengesetzten Satz und Interpunktionslehre, angeschlossen an die Lectüre; 2 wöchentliche orthographische Dictate oder Aufsätze(Erzühlungen: Nachgebildetes, Selbst- erlebtes, Selbsterfundenes), 2 St. Deklamation, Elemente der Verslehre, 1 St.

III. Lesen mit sachlicher und sprachlicher Erklärung, Disponirübungen; Wiederholung der Interpunktions- und Satzlehre; gelegentlich orthogr. und Interpunktions-Extemporalien; 3 wöchentlich ein Aufsatz(Beschreibungen, Schilderungen, Briefe, Geschäftsaufsätze), 2 St. Deklamation, Unter- scheidung der Versmaasse und Dichtungsgattungen, Lectüre von Proben der Nationalepen, 1 St.

II. Erklärung poetischer und prosaischer Lesestücke, Disponirübungen, freie Vorträge. Lehre vom Satz und der Interpunktion. 3wöchentl. ein Aufsatz(historische Darstellungen, Beschreibungen etc.), 2 St. Mittelhochdeutsche Grammatik und Lectüre des Nibelungenliedes, 1 St.

I. Uebersicht des Entwickelungsganges der deutschen Literaturgeschichte, an epochemachende Werke und Schriftsteller angeknüpft. Elemente der mittelhochdeutschen Grammatik und Lectüre von Proben mittelhochdeutscher Poesie, besonders des Nibelungenliedes. Definir- und Disponirübungen. Elemente der Logik und Psychologie(nach Rumpel Philosophische Propaedeutik). Monatlich ein Auf- satz(Themata: Erklärung verschiedener Synonymen Übi bene, ibi patria? Die Beweise für das Dasein Gottes Wallenstein Das Epos Die Sinne lügen nicht, schwach aber sind die Sinne; wir werden nicht durch sie des Dinges Innres inne. Iphigenie Veranlassung, Ursache und Grund, Folgen und Wirkungen des dreissigjährigen Krieges Schule und Leben Die Temperamente Das Gebiet der Phantasie.)

Privatim versammelten sich wöchentlich einmal 2 Stunden lang die Schüler der oberen Klassen unter Leitung des Directors, theils um lyrische Gedichte oder freie Ausarbeitungen vorzutragen, theils