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Wunden und Tod erſtreiten, das iſt vor allem für die heutige Jugend beſtimmt. Ihr werdet die Früchte genießen. Drum müßt Ihr deren würdig ſein oder werden. Wer will ſagen, was in dem Schoße der Zukunft liegt? Der Ernſt der Zeit fordert eine eiſerne Zucht für die Jugend, auf der die ſpäteren Geſchicke des Vaterlandes beruhen. Drum rüſtet und wappnet Euch zur rechten Stunde, prüft Euch ſelbſt ſchonungslos, nehmt guten Rat, den milden und ſtrengen, ja auch den harten, willig auf und glaubt: Wenn die Schule in den Zeugniſſen über Euch richtet, ſie tut es im heiligen Ernſt, um Euch zu fördern und dem Ganzen, dem Vaterlande, zu dienen! Um viele von Euch müßte und könnte es beſſer ſtehen, wenn der Wille da wäre. Rafft Euch alſo auf!— Durch unſer ganzes Volk geht ein ſtarker Strom einer inneren Erneuerung und Wiedergeburt. Laßt auch Ihr Euch von dieſem ſtarken Strom erfaſſen! Ihr müßt ihn allenthalben ſpüren. In der Kirche, in der Schule, im Elternhauſe, in Zeitungen, in Liedern und Büchern.
Reben den Erbfeinden, den Franzoſen, ſind die Engländer unſere erbittertſten und haſſens⸗ werteſten Feinde. Wollen wir immer noch mit ihren Flittern uns bedecken und glauben, es ſei feiner, beim Spiel die engliſchen Ausdrücke game und play uſw. zu brauchen als die deutſchen?— Wollen wir wirklich immer noch adieu oder adjes oder adjüs täglich vielleicht ein Dutzend mal ſagen oder ruhig anhören anſtatt des ſo innigen, warmen, treuherzigen Grüß Gott! Leb wohl! Guten Tag! Auf Wiederſehen uſw.? Seid deutſche Knaben und Jünglinge bis ins Mark! d. h. auch bei jedem Wort, das Euch auf die Zunge kommt! Iſt es nicht ein herrlicher Gedanke: Wenn die ſiegreichen Krieger heimkehren, dann ſollen ſie ein Volk finden, das alle ſolche Unarten der Fremdländerei abgelegt hat, da ſoll ihnen eine Jugend entgegenjubeln, die in allem und jedem, in Denken und Fühlen und in der Sprache kerndeutſch iſt? Fange ein jeder mit ſich ſelber an und wirke in ſeinem Kreiſe! Es wäre doch wunderbar, wenn das nicht hülfe. Könnte nicht der Junge auch einmal der Erzieher der Alten werden?! Ich glaube, das paßt Euch in den Sinn! Gut, erprobt es!—
Nun wollen wir Kriegspoeſie in Wort und Ton erklingen laſſen.
15. Oktober 1914.
Seitdem wir uns hier verſammelten, iſt ein großes, hochbedeutſames Ereignis auf dem Kriegs⸗ ſchauplatze eingetreten: Das ſtolze, reiche, mächtige Antwerpen iſt gefallen! Eine rieſengroße Beute iſt unſer geworden.— Am Tage zuvor hatten die Engländer die Stadt noch für uneinnehmbar er⸗ klärt! Und als der Fall ſicher war, trieben ſie die verängſteten Bewohner, die in die Keller ſich geflüchtet hatten, hinaus, mit der fürchterlichen Mahnung, ſie ſollten vor den Deutſchen flüchten, denn die ſtächen ihnen die Augen aus! Sehen wir in engliſche Illuſtrierte Blätter der Tage, ſo ſchaudern wir zurück vor den Bildern grauſiger Mord⸗ und Schandtaten, die unſern Soldaten zur Laſt gelegt werden. Ja, ſie ſind ſo fürchterlich, daß ein jeder von uns für die Unmöglichkeit die Hand ins Feuer legen würde. Ebenſo wird von vielen Seiten beſtätigt, daß die franzöſiſchen Gefangenen immer und immer wieder verſichern, man habe ihnen geſagt, wer den Deutſchen in die Hände falle, werde füſiliert, d. h. niedergemacht oder ſchändlich zugerichtet, und wurde den Gefangenen die übliche Schonung und Milde zu teil, ſo waren ſie überraſcht und wurden mißtrauiſch, ſie witterten eine Liſt dahinter. In allen engliſchen und franzöſiſchen Blättern werden wir, die an Geiſtes⸗ und Herzensbildung doch mit jeder anderen Nation es wohl aufnehmen können und reicher an ſchöpferiſchen Geiſtern auf allen Gebieten als irgend ein Volk der Welt ſonſt ſind, als Hunnen, als Barbaren verſchrien. Woher ſtammt nun dieſe furchtbare Verzerrung und Entſtellung der Wahrheit? Nur aus dem Haß, den der Krieg gegen den Feind einflößt? Nur aus der Luſt, dieſen möglichſt ſchwarz zu malen und zum Abſcheu hinzuſtellen? Ich glaube nicht, auch wenn beides mitwirken mag. Die Engländer ſuchen uns ſeit langem ſchon überall in der Welt ſo ſchlecht zu machen, weil ſie einfach


