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ſittliche Weltanſchauung von unſeren Gegnern, deren Waffen von Haß und Neid und Bosheit ver⸗ giftet ſind. Die Ruſſen haben den Meuchelmord von Serajewo angeſtiftet und feierlich beſiegelt, und Meuchelmord verrichten Franzoſen und Belgier alle Tage. Ja, er gilt ihnen als Pflicht. Der Totenkopf eines von Franktireurs 1870 erſchoſſenen preußiſchen Ulanen dient noch heute deſſen Nachkommen als Tintenfaß, als Trophäe nationalen Heldentums. Die Behörden von Städten und Dörfern haben Greiſe und Frauen und Knaben bewaffnet, daß ſie auf jeden Deutſchen ſchöſſen, ob er auch die Binde des Roten Kreuzes trüge oder verwundet ſei. Man denke, die Franzoſen drängen über die deutſche Grenze, ob eine deutſche Bauersfrau wohl eine Piſtole dann bereit hätte, um hinter⸗ rücks den Ahnungsloſen zu erſchießen? Ja, wenn er ihre Ehre frech antaſten wollte, würde ſie ſich verteidigen wie die Dorothea in Goethes herrlicher Dichtung. So verſchieden ſind die Grund⸗ anſchauungen der den Krieg führenden Völker von den unſrigen. England ſpielte ſich immer als Sittenrichter Europas auf, ſo auch jetzt wieder. Dabei tritt es alles Völkerrecht der Neutralität mit Füßen, kapert deutſche Schiffe in neutralen Häfen, ſchleppt Deutſche von italieniſchen Schiffen weg nach Gibraltar, kurz, es übt Seeräuberei. Seine Politik war ja längſt ſchon jenſeits von gut und böſe; gerade die Eigenſchaften, die jeder engliſche gentleman für Grundbedingung ſeines Weſens hält: Wahrhaftigkeit und Anſtändigkeit, tritt die Politik mit Füßen. Cecil Rhodes, der brutale An⸗ ſtifter des Burenkrieges, vertrat den Standpunkt, und der iſt tatſächlich immer bei England maß⸗ gebend geweſen, wenn auch kaum je ſo unverhohlen ausgeſprochen:„Was meinem Vaterlande nützt, das iſt das Rechte“. Damit aber wird jede Sittlichkeit ausgeſchaltet. Sittliche Weltordnung iſt Phraſe, Recht und Billigkeit ſind Schwäche. Der brutale Eigennutz herrſche mit allen Mitteln der Bosheit!— Wir aber führen, wie 1870 ſchnöde überfallen, den Krieg mit reinem Gewiſſen. Der Falſchheit haben wir die Maske von dem Geſichte geriſſen, und mögen die Gegner an hahne⸗ büchener Verlogenheit ſich übertreffen und die Neutralen und die eigenen Völker zu täuſchen ſuchen: Unſere Taten reden. Vor ihnen verſtummt unweigerlich alle Heuchelei.
Was 1870 uns den Sieg gab, was ſchon heute gewaltige Taten erzeugte— man denke nur an Lüttich, Metz, die maſuriſchen Seen— das iſt der Geiſt, der in unſerem Heere, in unſerem ganzen Volke lebt.— Das kann auch unter Euch, liebe Schüler, ein jeder begreifen und möge es ſich zur Richtſchnur nehmen: Nur die Treue im Kleinen erwirkt den Erfolg im Großen. Jeder Soldat weiß genau, was er zu tun hat, bis ins Geringſte hinein iſt er ausgebildet, in der Handhabung der Waffe, im Marſch⸗Tempo, in der Ausdauer, im Gehorſam; jede Kompanie iſt eine geſchloſſene Einheit; alle ſind Kameraden, und der Leutnant, der Führer, weiß ſich eins mit ihnen; er fordert viel, weil er ſich ſelbſt nicht ſchont, aber er ſorgt auch für ſie. Alle Bataillone, Regimenter, Brigaden, Armeekorps ſind wie Glieder eines mächtigen Uhrwerkes; im leitenden Hauptquartier laufen die Nachrichten, durch Telefon und Autos vermittelt, ein, neue Entſchlüſſe werden gefaßt, neue Auf⸗ gaben geſtellt, die Kräfte am rechten Ort, zu rechter Zeit verwandt.„Es iſt der Geiſt, der ſich den Körper baut!“ Das gilt von unſeren deutſchen Heeren. Das ſind nicht Söldner, die von der Werbetrommel zuſammengerufen ſind, das ſind nicht breite, ſtumpfe Maſſen, ſondern jeder ein⸗ zelne iſt von der Pflicht als einer perſönlichen Verantwortung beſeelt. Und wie mit dem Heere, ſo iſt es mit dem ganzen Volk. Die große Not der Zeit hat es zuſammengeſchweißt. Ein Leib, eine Seele das ganze Volk. Das Haupt der Kaiſer, der nie ſo groß daſtand wie jetzt. Alle ſind Glieder eines Leibes, alle Brüder, von dem Willen zum Siege bis zum letzten Atemzuge erfüllt. Und darin liegt ſeine Unüberwindlichkeit.
Vom Standpunkte des Friedens aus iſt der Krieg eine Völkergeißel in der Hand Gottes, er breitet Vernichtung und Verderben aus, in ſeinem Solde ſteht der Mäher Tod; Staaten und Städte fegt er hinweg. Und doch! Nur aus ihm ſind Völkerverbände, Städte, Staaten, Ziviliſation,


