5
mit ihrem Namen die Kriegserklärung beſiegelt. Und andere wieder haben offen erklärt, ſie ver⸗ ſtänden ihr Vaterland nicht mehr, d. h. jene Klique, die in England ſeit etlichen Jahren die Politik macht. Und wahrlich, es iſt ein Rätſel: Das Volk eines Shakeſpeare, Scott, Byron, Newton, Milton — wer nennt alle die großen Namen, die uns ebenſo gehören wie ihren Volksgenoſſen?— verbündet ſich mit Slawen und Romanen, hetzt ſogar die gelbe Raſſe auf die germaniſchen Brüder! Und warum? Weil die ſchele Mißgunſt und der bleiche Neid, dieſe Geburten des brutalen Egoismus, die Vernunft verblendeten und eine wahrhaft teufliſche Bosheit erzeugten, ein ungeheuerliches Verbrechen wider
die Menſchheit.. 4 Doch— wenn die Welt voll Teufel wär,
Es ſoll uns doch gelingen!
Wir ſtreiten für eine heilige Sache, die aus dem Geiſte der Wahrheit geboren wurde, wir ſtreiten— und das erkennen auch die ſkandinaviſchen Völker und die Schweizer und hoffentlich auch die Amerikaner— für die germaniſche Kultur. Kultur iſt Geſittung, die ſich auf Religion und Moral, auf Wiſſenſchaft und Kunſt gründet. Barbarei ſind Königsmord, Eid⸗ und Ehrenwortbrüche, brutale Gewalt, Schüſſe aus dem Hinterhalt auf Verwundete und Diener des Roten Kreuzes, Martern und andere Greuel, wie ſie in Belgien und Frankreich und Rußland von Bauern und Bürgern, von Frauen und Kindern verübt wurden.—
Ein heiliger Zorn gibt unſerem Schwert die Schärfe. Und wir wollen Gott danken, daß er bisher auf dem deutſchen Meer, das frei von feindlichen Schiffen, und auf deutſcher Erde, die von Fremden geſäubert iſt, ſichtlich unſere Waffen geſegnet hat. Im Oſten und beſonders im Weſten ſind ſchon jetzt herrliche, ja gewaltige Siege errungen worden. Unaufhaltſam iſt der Vorſturm unſerer von einem Geiſte, von glühendſter Begeiſterung beſeelten Truppen. Wir können das Vertrauen, ja die felſenfeſte Zuverſicht haben:„Der Sieg muß uns doch bleiben!“ Das walte Gott!
Sedan 1914.
Nun laßt die Glocken von Turm zu Turm Durchs Land frohlocken im Jubelſturm! Des Flammenſtoßes Geleucht facht an! Der Herr hat Großes an uns getan.
Ehre ſei Gott in der Höhe!
Das Lied iſt das Sedanlied geworden, das uns durch die vier Jahrzehnte begleitet hat. Und wahrlich, es war ein in der Weltgeſchichte noch unerhörtes Ereignis: der Fall der Feſte, der Sturz des Kaiſerthrones, die Vernichtung und Gefangennahme einer ganzen Armee: 25 000 waren gefallen, 83 000 Mann ſtreckten die Waffen, darunter ein Marſchall, 40 Generale, 230 Stabsoffiziere, 2600 Offiziere, alles Kriegsmaterial, beſtehend aus 320 Feldgeſchützen, 70 Mitrailleuſen, 150 Feldkanonen, 10 000 Pferden, und der Korſe, der Kaiſer gefangen!!
Wenn wir uns heute in jene Zeit zurückverſetzen, ſo können wir unmöglich davon die Ereigniſſe unſerer jüngſten Vergangenheit und der Gegenwart trennen. Denn das Jahr 70 iſt wieder erſtanden. Von neuem werden mit Blut getränkt die Felder, auf denen damals gerungen wurde. Die Tage von Weißenburg und Wörth und Gravelotte und Metz und Sedan finden ihr Gegenbild in den Schlachten von Mülhauſen, Lagarde, Metz, St. Quentin, Mezieres und an der Maas entlang, wo ſie noch fortdauern.
Doch wie in den 44 Jahren alles im Verkehrsleben, in Technik und Heeresweſen ſich ins Un⸗ gemeſſene geſteigert hat, ſo auch das Völkerringen der letzten Wochen. Damals kämpften Hundert⸗ tauſende, jetzt Millionenheere; nicht eine Schlacht wird geſchlagen, ſondern eine ganze Reihe von


