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betragen mag. Supan zieht die Wüsten dieser Breiten noch zum Subtropengebiet, da Winter- regen vorherrschen, wenn auch nur in spärlichster Gestalt und in der Form kurzer Schauer. Vielleicht treten hier aber auch, besonders in höheren Gegenden, im Zeitraum mehrerer Jahre ganz vereinzelte Sommerregen auf. Hier verschieben sich die Gebiete: im N. mag winter- licher, im S. sommerlicher Regen fallen, die Mitte regenlos sein; nach N. aber verirren sich sommerliche, nach S. winterliche Niederschläge. Ob die Robà el-Chali als gänzlich regenlos zu bezeichnen ist, steht dahin; jedenfalls muſs hier Taufall stattfinden(s. Mühry, Z. d. östr. Ges. f. Met. I, 20). Die Regenarmut des ganzen Gebietes findet(s. Fischer, Dattelpalme, S. 60— 63) ihren besten Ausdruck in dem Bau der menschlichen Wohmnungen, die entweder aus Palmenhütten bestehen oder aus Lehm und Schlamm aufgebaut und mit Palmen- blättern bedeckt sind. Kommt einmal ein heftiger Regen, so zerfliessen die Ortschaften. In dem ganzen Gebiete, vielleicht mit Ausnahme von Nedschrän und dem unteren, südlichen Dschôf, muss künstliche Bewässerung eintreten, weil die Regen oft viele Jahre lang ausbleiben und stets ungenügend sind. So ist schon in El-Afladsch sw. von Riâd, 24° N., der Boden nur Weideland, in dem Dorfe e'’-Safrà finden wir Palmen- und Strohhütten, Meschallah ist spärlich bevölkert und hat nach Palgrave dürftige Palmenhaine; Charfa, die Hauptstadt, soll aber wieder gut bewässert sein. Ueber das Wadi Daudâsir gehen die Meinungen auseinander; nach Fischer, der es weiter nach E. rückt(Dattelp. 44. 75.) hat es Wasser in Fülle und un- unterbrochene Palmenhaine, aber das Wasser ist unterirdisches und stammt von den höheren Randgebirgen von Hadhramaut, Jemen, Nedschràn, Asir, Hedschàz, Nedschd und Oman(?). Oberirdisches Wasser fliefst bei el-Leila.¹)— Weiter südlich etwa unter 18° N. liegt die höhere Oasenlandschaft Nedschrân, gut bewässert durch den grossen Wàdi Habüna u. a. Das Land scheint eine(regelmässige?) Winterregenzeit zu haben²); im Dezember, Januar und Februar fallen die Niederschläge(Ritter XII, 1013, Fischer, Dattelp. S. 47), und zwar sehr reichlich, so dass zur Zeit der Dattelblüte hier Fieber herrschen. Die Ortschaften, besonders Machläf und Ridschla, von J. Halévy 1870 besucht, sind von Palmenwäldern um- geben.— Das südliche Dschôf ist gleichfalls niederschlagsreich, obwohl hier der Regen manchmal ausbleiben soll.
Hier scheinen aber tropische Regen die Regel zu sein; denn zu Halévys Zeit trat im oberen Dschôf Hungersnot ein, weil bis zum August noch kein Niederschlag er- folgt war.
Das Wadi Charid ist sehr breit und wasserreich; es spendet der schönen Oasenland- schaft Chäb seine Gewässer und ist selbst fischreich: Das uralte Marib, jetzt ganz verödet, von Glaser 1888 besucht, hat jedenfalls tropische Regen.
Die östliche Wüste el-Ahkaf fand Wrede vegetationslos; sie ist nach ihm ein Flug- sandmeer. Doch in dem weit höheren benachbarten Sahwa in Hadhramaut erlebte er ein 2 stündiges Gewitter, welches den Wadi in einen Strom verwandelte(16. Aug. 1843) S. noch Zehme S. 96.
¹) Sprenger, die alte Geogr. Arabiens S. 240. Palgrave ist hier ganz unzuverlässig. S. die Er- örterungen bei Zehme, Arabien u. s. w. S. 51. 288— 290. Der südliche Dschebel Ban soll sehr hoch und wasserreich sein(nach Erkundigungen des Cpt. Miles).
²) Subtropische Winterregen sind diese Regen natürlich nicht, sondern eher den Winterregen der südlichen Küsten und denen Abessiniens vergleichbar! Auch im jemenischen Gebirge fallen Winterregen.


