Wellsted sagt von den Winterregen in OQman, dafs sie, was erklärlich ist, im Ge- birge häufiger als an der Küste fallen, und zwar vom Oktober bis März, aber hier selten mehr als 3— 4 Tage im Monat unter heftigen Stürmen,¹) häufiger im Bergland, wo auch Schnee und Eis nicht unbekannt sind. Die Niederschläge verdankt OQman fast lediglich dem Dschebel Achdar, an welchem der regenbringende Wind aufwärts steigt und Niederschläge veranlafst, wie wir dies in Süd- und Südwestarabien geschen haben. Sie werden hier von Fischer(Dattelp. 59) als eine„Art von Monsunregen“ bezeichnet,„ganz ähnlich denen der indischen Koromandel- und der Somaliküste.“ Die innere, nach der Wüste zu gelegene Ab- dachung des hohen Achdar ist natürlich niederschlagsarm wie die nördliche Abdachung von IHladhramaut und die östliche und nordöstliche von Jemen. Hier herrschen bei wolkenlosem Ilimmel grosse tägliche Amplituden der Temperatur. Doch mufs hier der Taufall reichlich sein, besonders in den Oasen; nach Wellsted(I, 218) durchnäfst er den Boden und die Bäume wie ein starker Regen(vgl. auch Niebuhr, Reisen II, 81).
Noch einige Bemerkungen über die einzelnen Landschaften Omùèns. Das Biled Sur südlich vom Wendekreis ist sehr trocken; Wellsted traf hier bei Sük el Sür nur verkrüppelte Akazienbüsche an(I, 38), da anhaltende Regen in 3 Jahren einmal(im Durchschnitt) eintreten und die Regenschauer im Oktober, November und Dezember rasch vorüberziehen. Das Gebirge aber zeigt hier reichere Bewässerung.— Die Provinz Baàtina, ein ca. 150 engl. Meilen(240 km) langer und bei dem Zurücktreten des Gebirges verhältnissmässig breiter Küstenstrich(bis 60 km breit), zeigt nach übereinstimmenden Zeugnissen(Palgrave II, 241; Wellsted I, 215, 188) eine aufserordentlich üppige Vegetation tropischen Charakters, mit über 100 Ortschaften und Schlössern, voller Palmenhaine, ein Zeichen reicher Bewässerung, wozu nach Wellsted die vom Meere aufsteigenden Dünste sehr viel beitragen. Doch ist dieser Strich, dessen Temperatur die üppige Vegetation der Oasen mildert, für Fremde gefährlich wegen der Fieber, selbst die Oasenbewohmer haben ein krankhaftes Ausschen, da rings um die Häuser Sümpfe und Teiche liegen und nicht allzuweit entfernt die dürre brennende Wüste sich befindet. Dennoch pringt es auch diese Gegend nicht zu einem Flusse.
Das Ràâs Mesandum(26° 30 N.) bildet nach Fischer eine klimatische und pflanzen- geographische Grenze(Dattelp. S. 59). Bemerkenswert scheint in dieser Breite nur, dass die kleine persische Insel Kischm(Kischmi) bei den vorherrschenden NW.- und W.-Winden ganz trocken ist, da diese Winde, über erhitzte dürre Landstriche wehend, keinen Niederschlag bringen können.
Was das Binnenland betrifft, also das Achdar-Gebirge und die angrenzenden Striche, so weist ersteres infolge seiner reichlichen Niederschlage viele fruchtbare Thäler auf, während die Wüstengegend im SW., W. und NW. den Regen entbehrt. Das Gebirge hat winterlichen Niederschlag; die Oasen an seinem Fufse sind kühl und feucht im Winter(s. das Nähere bei den Temperaturverhältnissen), wenn im ganzen auch regenarm, was aus den Bewässerungs- anlagen, dem Gedeihen der Dattelpalme und dem Vorkommen des Kamels, dessen Sehnellig- keit in Omaàn besonders geschätzt wird, hervorzugehen scheint(Fischer, Dattelpalme 59). Der Boden der Oasen ist im Winter stets mit Feuchtigkeit gesättigt, infolgedessen grosse Temperaturunterschiede entstehen, die Wellsted näher beschreibt und wofür Fischer a. a. O. S. 42 Beispiele aus anderen Gebieten beibringt. Diese feuchte Kühle des Bodens neben der
*) Niebuhr erlebte im Januar 1765 in Maskat„rauhe Witterung“ Regen und trübes Wetter.
und vom 12. bis 17. Janunr täglieh


