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A. v. Danckelmann(Z. d. ö. G. XVI) gibt folgende Charakteristik des jährlichen Ganges der Wind- und Regenverhältniſse von Maskàât. Vom November bis Januar, also in der kühlen Zeit, zeigt der Himmel am Tage meist Cirrostratus und Cirro-Cumulus, die in der Nacht verschwinden, doch fällt dann starker Tau. Es weht meist N. oder NW., zeitweise auf 3— 5 Tage von S—SE unterbrochen. Aber gegen Mitte Dezember brechen heftige Stürme und Böen herein, welche in günstigen Jahren starke Gewitterregen bringen, die die Tempera- tur beträchtlich erniedrigen. Da die SE.-Winde hier feucht und warm, die NW.-Winde aber rauh und trocken sind, scheinen erstere die Regenbringer zu sein. Vom Februar bis April steigt die Temperatur erst langsam, dann sehr rasch(vergl. oben den Gegensatz der Monatsmittel: März 23.1°, April 29.2⁰! 1865 betrug das Monatsmittel des März 23.3⁰, des April 31.8⁰²—)h; der Himmel hat meist Cirri und Cirrocumuli; nachts Tau, Winde wie oben abwechselnd SW. und SE., doch soll Regen seltener sein(vergl. aber oben!), da hier groſse Hitze herrscht. Nur ausnahmsweise werden am NW.-Horizont(also nach dem Gebirge hin) durch den SE. Wolken zusammengetrieben; dann kommt eine Böe aus dieser Richtung, welche reichlichen Regen und zuweilen auch Hagel bringt. Dies ereignet sich meist gegen Ende März oder Anfangs April; auf die Regenböen folgt erdrückende Hitze. Die Hagelfälle sind oft verderblich; am 7. April 1863 betrug das Maximalgewicht der Hagel- körner 170 gr; sie erschlugen 2 Frauen und ein Kind im Freien und zerstörten alles Holz- werk an den Häusern, auch hielten sich die Eismassen sehr lange an geschützten Orten trotz der sehr hohen Temperaturen.— Im Mai, Juni und Juli wehen meist Landwinde, von der erhitzten Wüste her, die also keine Niederschläge bringen können. Um die Mitte Juni aber setzt der SE. ein, ein abgelenkter Zweig des SW-Monsuns des arabischen Meeres, welcher viel Feuchtigkeit mit sich führt, die Atmosphäre mit einer Art Nebel erfüllt und die Tem- peratur erniedrigt auf 30— 320 C. Auch in dieser Zeit tritt der Samum zeitweise auf 3 bis 5 Tage auf.
Im August, September, Oktober sinkt die Temperatur erst langsam, dann schr rasch. Die Land- und Scebrise setzt wieder ein und bringt wolkigen Himmel.
In der kühlen Zeit herrschen also N- und NW-Winde, zeitweise auf 3—5 Tage von S- und SE-Winden unterbrochen; in der heiſsen Zeit ist das Umgekehrte der Fall. Eine Regel soll sein: wenn der südliche Monsun frühzeitig einsetzt, wie 1865(am 9. Mai), beginnt auch die NW-Strömung früher, schon im November. Der Sommer ist dann heiſser, der Winter aber an Niederschlägen reicher. Dies scheint etwa alle drei Jahre der Fall zu sein.
Es fragt sich, ob nicht Maskaât, am Meere gelegen, bezüglich seiner Niederschläge mit dem südlichen und südwestlichen arabischen Küstengebiet dasselbe Schicksal teilt. Vermöge seiner eigentümlichen Lage ist es wohl ebensogut dem oceanischen SE-Monsun ausgesett, wie dem vom Golfe von Omaàn her wehenden N. und NW.
Die aufserordentliche Sommerhitze ermöglicht aber nicht eine Abkühlung des südlichen Windes an der Küste; obwohl er an Feuchtigkeit reich ist, kommt es dann doch nicht zur Bildung von Niederschlägen. Im Winter aber, wenn das Land kälter als das Meer ist, könnte dieser Fall eintreten, und noch im April treibt der SE. ja Wolken zusammen, welche Regen bringen(s. o.).
Verfolgt man Wellsteds meteorologisches Tagebuch für Omàn(Winter 1835/36), so findet man, daſs in den gebirgigen Teilen des Landes der Himmel(im Winter!) bei Sü d- wind Wolken zeigt und Regen eintritt(vgl. 28. Nov., 16. Dez., 19. Dez.), während bei dem vorherrschenden NW. das Wetter„schön und klar“ ist und Trockenheit herrscht.


