Durchsehen der zahlreichen Notizen Wredes über Temperaturen, Wind und Regenfälle der hadhramauter Hochebene während seines Aufenthaltes(Juni bis September 1843) auffällig, dass er fast für jeden Tag NW.-Wind angiebt, am häufigsten für den Mittag; es ist eine ganz seltene Ausnahme, wenn er einmal SW. oder SE. verzeichnet. Stets findet man bei NW. hohe Temperaturen. Der Südmonsun scheint also nicht in bedeutende Höhen hinauf- zureichen, und jenseits 2000 m herrscht wohl, wie in Indien, ein Gegenwind, hier der NW., welcher, von dem heissen Innern kommend, die nördlichen Abhänge zu trockenen Gebieten macht?— Die klimatologischen Verhältnisse der Insel Sokotra werden an anderer Stelle im Zusammenhang behandelt.
C. Die Ostseite.
Auch dieser Teil ist regenarm, mit Ausnahme der höheren Gebirge. Der äusserste SE. mag noch in das Gebiet der tropischen Regen gehören, da er(s. Woeikof, Klimate der Erde II, 98, 118) noch unter dem Einflusse der indirekten Monsune steht; weiter nördlich aber beginnt ein Gürtel grosser Trockenheit zu allen Jahreszeiten. Das Maximum der Feuchtigkeit liegt in Maskat, unter dem Wendekreise, schon in dem Winter. In Mesopotamien und Persien besteht bereits der regentrockene Sommer, der regenreiche Winter; es ist hier das äusserste Gebiet der subtropischen Regen der Mittelmeerländer; die Regenmenge ist eine unbedeutende. Auch hier ist es schwer, Grenzen zu zichen, da wir über die Niederschlags- verhältnisse der Küstenländer des persischen Meerbusens noch weniger unterrichtet sind als über die am Roten Meer gelegenen.
Ueber Omaàn und besonders Maskaàt liegen genauere Nachrichten vor. Das Land ist wohl bewässert, da die hohe Achdar-Kette mit Gipfeln bis 3000 m stellenweise nahe an das Meer herantritt.(Vgl. über die Bewässerung besonders: Palgrave, Reise in Arabien, deutsche Ausg. I, 259— 260, II, 265. Zehme a. a. O. 184. 297. Wellsted an verschiedenen Stellen; Fischer, Dattelp. 43. 59). Den tropischen SE., dessen Niederschläge im Sommer nur geringe sein können, lassen wir ausser Acht und wenden uns gleich zu Maskàt, 23° 38⸗N., 58° 32˙FE., also dicht am Wendekreise. Die Stadt, von engen schwarzen Felsmassen eingeschlossen, gchört zu den heissesten Punkten an diesem dem Roten Meere und seinen Küstenländern an gleichmässiger hoher Wärme nicht nachstehenden Mecresteile. Aus den in der„Zcitschrift der östr. Ges. f. Met.“ und der„Meteorolog. Zeitschrift“ hier und da sich findenden Angaben sind von uns folgende Temperaturmittel berecchnet worden(für 1863—1865, 1883—1885):
Monatsmittel.
Mai n V Juli Aug.
kältest. wärmst. Ampli- Jahr 3 Monat tude
24.4 21.8 27.5 202 33.8 13.6⁰
Sele Noybr. Deebr.
1 12 23.1 2
Jan. Febr. Mär⸗ 4
2*
33 3.5
20.2 2 33.8 33.7 30,9
. el. Die mittleren Minima betrugen für das Jahr 1883/84: 25.3 ⁰°; 1884/85: 2505. die mittleren Maxima für diese Jahre: 29.7° und 29.7⁰°, die absoluten Minima: 1883/84: 15.6 ⁰; 1884/85: 12.8°: die absoluten Maxima: 1883/84: 42.5 ⁰; 1884/85: 40.6°. Die tägliche Amplitude ist eine geringe. Für die Niederschlagsverhältnisse bictet sich folgendes(s. Z. d. östr. Ges. XVI, 1881, S. 5 ff., für 1863— 70, doch sehr lückenhaft, nach den Angaben des Arztes G. Rosario von A. v. Danckelmann bearbeitet; dazu:„Meteorol. Zeitschr.“ III, 1886, S. 371).


