Aufsatz 
Das Klima Arabiens / von Oskar Bethge
Entstehung
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December 1881: am 18. 11 a. m. Regenböe; 25. Nachts 9.5 mm Regen,

1882: 5 Regentage mit 54 mm, 1884: am 11. Gewitter mit 132.7 mm Regen(!) am 15. wenig Regen.

Die vorherrschende Windrichtung war im Jahre 1888:

Mai(11.31.) Juni. Juli. August. September. Oktober. November.

N. N. NNW. NW. NW. N. NNW.

Schon aus diesen Angaben, die für die meisten Jahre doch lückenhaft sind, geht hervor, dass Dschiddah noch ausgesprochene Winterregen hat, deren Maximum im December zu liegen scheint. Der Sommer ist so gut wie vollständig regenlos; nur das Jahr 1883 zeigte im Mai, Juli und August schwachen Niederschlag, wohl verirrte tropische Regen, wie wir sie ausnahmsweise in dem oben charakterisierten Uebergangsgebiete finden. Die Regenzeit scheint Ende Oktober zu beginnen, vielleicht erst im November, erreicht ihre Höhe im December, wo am 11. 1884 ein gewaltiger Guss mit 132.7 mm erfolgte; der März ist schon wieder so gut wie regenlos.

Ilören wir die Berichte der Reisenden. Burckhardt und v. Maltzan schildern die Um- gebung als ein ödes Wüstenfeld fast ohne Vegetation; Gärten und Baumpflanzungen fehlen, nur einige Dattelbäume stehen um die Moscheen; vereinzelte verkrüppelte Akazien deuten auf einstige Anwesenheit von Brunnen. Zwar soll nach Burckhardt überall Wasser in einer Tiefe von 15 anzutreffen sein, aber es ist ungeniessbar. Man begann mit dem Bau einer Wasserleitung vom Gebirge her; sie wurde aber von den Beduinen aus Eigennutz zerstört (Maltzan, Reise nach Südarabien, S. 56). Alle Reisenden aber kommen darin überein, dass hier an der Küste eine ausserordentlich feuchte Luft herrscht, hervorgerufen durch die Ausdünstung der Seewassersümpfe und Lagunen, welche zu Rüppells Zeit noch in der Stadt lagen, und diese im Verein mit der grossen Wärme und daneben den durch plötzliche Windwechsel hervorgerufenen Temperaturänderungen erzeugen die hier so häufig auftretenden Faulfieber. In den Nächten erfolgt starker Taufall. Als Hauptregenmonate gelten nach v. Maltzan (Pet. Mitt. XVIII, 331) November und December; hat es bis dahin nicht geregnet(so war es 1882 und 1886 der Fall), dann bleiben die Cisternen leer. Derselbe berichtet in seinen Reisen in Südarabien(S. 54 fg.) folgendes über die Regenverhältnisse von Dschiddah: Das Stadtgebiet ist fast regenlos, eine eigentliche Regenzeit gibt es nicht, denn was hier Regenzeit heiſst, nämlich die Monate November und December, verdient diesen Namen nicht. In dieser Zeit allein regnet es zwar, aber der Regen kehrt in ihr keineswegs wieder, er bpleibt oft Jahre lang aus(zu Rüppells Zeit 1827 hatte es hier 6 Jahre nicht geregnet), und im Durch- schnitt kommt auf 3 Jahre eine wirkliche Regenzeit. v. Maltzan erlebte im November 1870 in Dschiddah zwar täglich Gewitter und oft umwölkten Hunmel(so auch Rüppells Ta- bellen 1827), der Strafsenboden war sogar in Kot verwandelt, doch trotz alledem sagten die Araber wegen der geringen Menge der Niederschläge:Wir bekommen höchstens den Strassenkot, nicht aber Wasser in unsere Cisternen. Uebrigens sollen die Regenmengen des December weit geringer sein als die des November; als v. Maltzan Anfang December 1870 die Stadt verlieſs, waren die meisten Leute schon resignirt, dieses Jahr als cin Missjahr für die Cisternen anzusehen. Letztere sind freilich auch in günstigen Jahren kaum mehr als zur Hälfte gefüllt; ein Uebersteigen dieses Maſses kommt nur bei Wolkenbrüchen vor, die aber durchschnittlich nur alle 10 15 Jahre sich creignen sollen(doch s. o. die Tabelle!). Sehr oft versiegen die Cisternen; dann muss Wasser aus dem Gebirge herbeigeschafft werden durch die Beduinen, was mit groſsen Kosten verknüpft ist. Man begreift also, warum die Beduinen

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