Bezüglich der Verteilung der Niederschläge sowie der Zu- oder Abnahme derselben, welche wichtig ist für die Begrenzung der Regengebiete, die jedoch nur allgemein angedeutet werden können, ist folgendes zu sagen: Der grösste Teil Arabiens hat Niederschläge in dem winterlichen Halbjahr; der südliche, kleinere Teil nimmt am tropischen Gebiete mit dem Regen- maximum im Sommerhalbjahre teil. Je weiter im Innern nach S. und SE., desto länger. wird die Zeit der Trockenheit; die trockensten Gebiete liegen hier wie in Afrika verhältnis- mäſsig weit südwärts. Die Grenze zicht Hann a. a. O. für Arabien mit dem 20.R N.-Br., doch ist dieselbe natürlich keine scharfe, und zwischen dem subtropischen Winterregengebiet und dem Gebiet der regenlosen Wüste liegt gerade so ein Gürtel mit Regen in verschiedenen Jahreszeiten, wic ein solcher anzunehmen ist zwischen dem Gebiete tropischer Zenithalregen und dem Wüstengebiet mit Regenlosigkeit. Wir hätten also 3 Hauptzonen von N. nach S.: 1. Subtropische. 2. Regenloses Steppen- und Wüstengebiet. 3. Tropische; und zwei Ueber- gangsgebiete(zwischen l und 2 und zwischen 2 und 3). Das Wüstengebiet ist nicht als vollständig regenlos anzusehen, denn es erleidet sowohl von N. wie von S., wenn auch nur ganz ausnahmsweise, ebenso wie die, Sahara, Invasionen aus der tropischen und der sub- tropischen Regenzone, und es sind in ihr gerade so wie in dem nordafrikanischen Wüsten- gebiet vereinzelte Berggruppen mit relativ reichem Niederschlag vorhanden, eine Folge ihrer bedeutenden Erhebung. Dichte Morgennebel sind hier häufig.(In Afrika gehen die tropischen Regen hinauf bis Tibesti und Air, die Winterregen reichen bis in die Gebirgsländer von Tassili und Ahaggar hinab.) Nach Hann reicht das im allgemeinen regenarme bis regenlose Steppen- und Wüstengebiet Nordafrikas von 17— 30° N., und auch Fischer's Kärtchen(die Dattelpalme, S. 47) zeigt im allgemeinen den 30.0 N. als Südgrenze der Winterregen. Fischer (Klima der Mittelmecrländer, Seite 9 und Seite 20) lässt das regenlose Gebiet der Sahara im Mittel mit 28° N. beginnen; im E. aber reicht es bis 30⁰°, selbst bis 31° N. Nordaegypten ist 4 Monate ganz regenlos, 4 andere Monate sind äusserst arm an Niederschlägen, so dass z. B. Alexandrien fast 8 Monate, von Ende März bis October, regenlos ist. In Palästina dauert die sommerliche Dürre 6 Monate, in Syrien 4 ½ Monat, in Bagdad kommt von 43 mm jährlicher Niederschlagsmenge die Hälfte(22 mm) aut den Winter. In Arabien aber müssen die Winterregen weit südlicher beginnen als in Afrika und in Persien, wie schon Mühry (Zeitschr. d. östr. Ges. f. Met. I, 1866, S. 7 ff.) und nach ihm Fischer(Klima der Mittel- meerländer, S. 20) und Hann(Handb. 405) annahmen. Sie sehen ungefähr den 24. Breiten- kreis als Scheidelinie an.
Das Gebiet der tropischen Sommerregen ist hauptsächlich auf den südlichen Teil der Westküste und den westlichen Teil der Südküste beschränkt; es dehnt sich an der Südseite nach E wohl bis 50°% E aus und reicht nach allgemeiner Annahme im W. wohl nur bis 150° oder 16⁰° N. Diese Abgrenzung erfolgt nur auf Grund der Beobachtungen der regel- mäfsigen Niederschläge. Der Regenbringer ist für dieses Gebiet der südliche Monsun, welcher als SW. für das ganze südasiatische Tropengebiet die Regenzeit bringt, während im Winter der NE.-Passat die Zeit der Trockenheit herbeiführt.
Was die Menge der jährlichen Niederschläge betrifft, so ist auch da im allgemeinen eine Abpahme von N. nach S., von W. nach E. im Subtropengebiet zu erkennen: Alexandria 215 mm, Kairo 34 mm, Suez nur 26 mm, Bagdad 43 mm. Für Arabien liegen keine bestimmten, auf mehrere Jahre sich gründende Beobachtungen der Regenhöhe vor. Im allgemeinen sind zwar die Westküsten an Niederschlägen reicher als die Ostküsten, doch ist dies für Arabien nicht nachzuweisen, obwohl anzunehmen. Nach Loomis würde Arabien unge-
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