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Der, von dem ich gern Nachricht wünschte, hiess Dr. Juris Heinrich Meurer aus Weilb. war in Götting. um 77 und wohl noch später.
Das Lexicon Porti will ich gegen Ostern Ihren Büchern beilegen. Um die Zeit ziehe ich leider wieder um. Ich habe das Haus gekauft, worin der ältere Professor Sprengel zeither wohnte.
Der brave Schellenberg(Herausgeber des Antimachus) hat mich hier durch seinen Besuch sehr angenehm überrascht. Ist er schon wieder in seiner Heimath? Mit unwandelbarer Werthschätzung Ihr ergebener Diener F. A. Wolf.
Von Ebendemselben.*)
Ich muss Ihnen endlich, m. w. Fr., eine Nachricht geben, die ich schon ein paar Monate lang für Sie auf dem Herzen hatte, aber die bis selbst vor 8 Tagen hier geheim gehalten werden musste, weil ich meine Dimission auf Einmal und ganz unerwartet fordern wollte.
Ich habe im Julius eine Vocation als Prof. Litterar. Graecarum in Leyden, als Ruhnkenii nächster College erhalten und angenommen, und gehe wahrscheinlich schon im Oct. oder Nov. dahin ab. In etlichen Tagen erwarte ich honestissimam missionem Regis; denn, dass sie mir erschwert werde, zweifle ich im höchsten Grade, da ich weder im Tieftrunk bin, noch des etwas, denn sonst hätte ich freilich vielleicht ein 5— 600 Thaler Gehaltsvermehrung zu fürchten, wiewohl diess mich noch kaum für den dortigen äusserst ansehnlichen Gehalt entschädigen könnte. Ich stehe nämlich weit über 3000 Gulden. Ueb- rigens sage ich auch desshalb fürchten, weil mir jene Lage in L. wegen der Nähe von Engl. und Frankreich und der dasigen an Mss. so reichen Bibliotheken, noch ohne alle Rücksicht auf den hohen Gehalt, anziehend ist, und mit einer einzelnen Reise in jene Lünder, die ich immer vorhatte, könnte ich doch das nicht erreichen, was ich gerne möchte. Dazu kommt endlich der Umgang mit dem grössten und biedersten Manne Ruhnken, der Prof. Litt. Latinar. ist und dessen grossen Apparat von Mss. Sie kennen. Und nach dessen Tode erhalte ich dann Wyttenbach zum nächsten Collegen. Haec hactenus und in 8—14 Tagen mehr, sobald meine Entlassung angelangt ist.
Wie es weiterhin mit meinem Antheil an Ihrem S. V. gehen möge, darüber kann ich vorizt durchaus nichts bestimmen. Ist es mir möglich, so verlassen Sie sich auf mein Wort; auch will ich dem Schiff(Ist der Hall. Buchhändler, der es in Verlag nehmen wollte) rathen den Plan nicht fahren zu lassen.— Wie es mit den hiesigen Litteris Gr. et Lat. gehen werde, wenn Hr. N. u. G. sich derselben wieder erbarmen müssen, wird ein merkwürdiges Schauspiel sein. Daher meinen auch gewisse gutmüthige Leute hier, dass man meinem Abazuge alle liebreiche Hindernisse in den Weg legen werde: quod Deus averruncet! nec ego credulus.
Meine Zeit und Papier gehen zu Ende. Wie verwirrt mein Kopf jetzt ist, können Sie nicht glauben. Ihr ergeb. W.
*) In der Abschrift fehlt das Datum.


