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den Verhältnisse ein und brachte eine ungewöhnliche Bewegung in die etwas erlahmte Maschine. Aber dadurch stiess er vielfach an. Der erste Professor Eichhoff, der ohnedies unzufrieden darüber war, dass man einem Fremden die Leitung der Anstalt übergeben hatte, und sich mit diesem nicht vertragen konnte, trat schon Ostern 1830 ab. Krebs rückte in die erste Professur ein und bekam seinen Unterricht in den beiden obersten Klassen. Mit gewohnter Gewissenhaftigkeit fuhr er fort, seinem Berufe obzuliegen und stand auch längere Zeit mit dem Direktor auf gutem Fuss; mehrmals hatte er ihn, wenn er zu den Landtagsverhandlungen nach Wiesbaden reiste, zu vertreten. Doch endlich wurde auch ihm der Unruhe zu viel; das Verfahren Friedemanns gefiel ihm nicht mehr; es entstanden Parteiungen unter den Lehrern und unaufhörliche Konflikte mit dem Vor- gesetzten. Die eherne Periode der Amtsthätigkeit war eingetreten. Im Jahre 1834 hielt er am Stiftungstage des Gymnasiums eine Festrede, in der er einen wehmütigen Rück- plick auf die frühere Zeit warf und den Geist, der in dem alten Gymnasium zu Ende des vorigen und im Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts geherrscht hatte, schilderte. Dann sprach er im Eingang des letzten von ihm geschriebenen Programms 1837 als 66jähriger den Wunsch nach Ruhe aus. Und diesem Wunsche wurde noch in dem darauf folgen- den Sommer willfahrt.„Man setze den Alten“, sagte der Herzog Wilhelm, sein früherer Schüler,„wenn er es wünscht, in Ruhe, aber mit seiner vollen unverringerten Besoldung.“ So geschah es denn auch; als Auszeichnung wurde ihm noch der Titel„Oberschulrat“ verlichen. Am 8. Juli 1837 hielt er seine letzte Stunde. Mit frohem Herzen,„mit der lieblichsten Erinnerung und dem heitersten Bewusstsein“, vor allem mit Dank gegen Gott schied er aus dem mühevollen Amte, das er nahezu 42 Jahre an dem hiesigen Gym- nasium bekleidet hatte. Die Zahl seiner Schüler berechnete er auf 15— 1600.
Inzwischen hatte sich in seinem übrigen Leben und Treiben seit der Aufhebung des alten Gymnasiums wenig geändert. Die Privatstunden gab er erst im Jahre 1826 auf; die litterarischen Arbeiten aber setzte er rüstig fort. Ausser den neuen Auflagen früher erschienener Schulbücher, verfasste er ein Handbuch der philologischen Bücherkunde in 2 Teilen, 1822 und 23 gedruckt; gab 1826 Ovids fasti in usum scholarum, mit Kommentar versehen, heraus, dann in demselben Jahr eine praktische Metrik der Römer u. s. W. Im Jahre 1834 erschien zum erstenmal der Antibarbarus als Abdruck aus der siebenten Auflage der Anleitung zum Lateinschreiben, 1837 aber ganz umgearbeitet als fast neues Buch. Es fand grossen Anklang und erschien in dritter Auflage 1843; noch jetzt ist es in der von Allgayer besorgten Ausgabe ein geschätztes Buch. Auch die Pro- grammabhandlungen vom Jahre 1820, 1832 und 1837 sind äusserst wertvoll. Die erste behandelt eine griechische Inschrift auf einem kostbaren Reliquienkästchen im Domschatz zu Limburg; die zweite die dem Gymnasium gehörige Münzsammlung, die er in uneigen- nützigster Weise mit viel Zeitaufwand geordnet hatte; die dritte das Leben des Humanisten C. Sigonius.
Auch in der letzten Periode seines Lebens, während seines Ruhestands, beschäftigte ihn noch längere Zeit die Bearbeitung seiner Bücher für neue Auflagen, aber ein neues Werk nahm er nicht mehr in Angriff. Im Jahre 1840 gab er das Leben des Sigonius in deutscher Sprache heraus und widmete es dem Gymnasium zu seiner dreihundertjährigen Stiftungsfeier. Im Jahre 1843 hatte er die Freude, dass ein amerikanischer Gelehrter, Sam. Taylor, erster Professor an der Akademie zu Andover ihm ein Exemplar seiner eng-


